Bildrauschen durch Stapeln reduzieren

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Heutzutage haben die meisten Kameras eine erstaunliche Bildqualität. Mit einigen Kameras ist es selbst bei ISO 1.600, ISO 3.200 oder sogar ISO 6.400 (fast) unmöglich, Rauschen zu erkennen. Manchmal hat man aber keine solche Kamera oder die Lichtverhältnisse machen es unmöglich, ein rauschfreies Bild aufzunehmen.

Die Verwendung eines Programms zur Rauschunterdrückung ist aber nicht immer die beste Lösung, da so die Bildqualität stark beeinflusst wird (die Rauschunterdrückung führt zu Detailverlust).

Eine andere Möglichkeit zur Rauschunterdrückung ist das Stapeln mehrerer Bilder; diese Technik wird häufig von Astrofotografen verwendet und macht sich die Zufallsnatur des Rauschens zunutze.

Wenn man eine Serie von Bildern macht, ohne die Kamera zu bewegen, weist jedes einzelne Bild ein leicht unterschiedliches Rauschmuster auf. Wenn diese Bilder nun auf die richtige Weise kombiniert werden, ist es möglich, das Rauschen ohne Detailverlust zu unterdrücken. Da die Zufälligkeit des Rauschens ausgenutzt wird, sollte klar sein, dass diese Technik bei einer Serie von kopierten Bildern nicht funktioniert.

Der Nachteil dieser Methode ist der relativ begrenzte Einsatz dieser Technik. Du benötigst eine stationäre Szenerie ohne (viel) Bewegung, da bewegte Objekte unscharf werden oder im Endergebnis ganz verschwinden. Bestenfalls benutzt Du dazu ein Stativ (obwohl es zweifelsohne auch möglich wäre, im Hochgeschwindigkeitsmodus ohne Stativ zu fotografieren und die Bilder anschließend auszurichten). Viel hängt einfach von der Einsatzsituation ab.

Diese Technik kann neben der Astrofotografie auch für andere Zwecke verwendet werden. Dazu gehören unter anderem die Erzeugung „superauflösender Bilder“, das bewusste Entfernen bewegter Motive in einer Szenerie und die Simulation von Langzeitbelichtungen.

Benötigte Software: Adobe Lightroom und Adobe Photoshop

Hinweis: Mit Gimp geht das auch (Link auf einen englischen Artikel).

Vorgehen

  1. Import der Bilder in Lightroom.
  2. Bearbeitung:
    • Du musst für ein Bild eine Bearbeitung festlegen und auf alle weiteren Bilder kopieren.
    • Du solltest sicherstellen, dass die Schärfe und die Rauschunterdrückung auf Null gesetzt und alle Einstellungen für die Objektivverzerrung deaktiviert sind.
  3. Alle Bilder auswählen und als Ebenen in Photoshop öffnen.
  4. Du musst sichergehen, dass die Bilder perfekt ausgerichtet sind:
    • Dazu kannst Du die Bilder automatisch ausrichten: Alle Ebenen auswählen und dann „Bearbeiten“ $\rightarrow$ „Ebenen automatisch ausrichten“.
    • Die Optionen „Vignettenentfernung“ und „geometrische Verzerrung“ müssen deaktiviert sein, die Option „automatische Projektion“ muss aktiv sein.
  5. Ergebnis prüfen. Eventuell falsch ausgerichtete Ebenen löschen.
  6. Alle Ebenen auswählen und in Smartobjekte umwandeln: „Ebenen“ $\rightarrow$ „Smartobjekte“ $\rightarrow$ „In Smartobjekt umwandeln“
    • Abhängig von der Größe und der Anzahl der Ebenen kann dies eine Weile dauern.
  7. Ebenen stapeln: „Ebenen“ $\rightarrow$ „Smartobjekte“ $\rightarrow$ „Stapelmodus“ $\rightarrow$ Median
    • Abhängig von der Größe und der Anzahl der Ebenen kann dies eine Weile dauern.
  8. Bild rastern, um die Dateigröße zu reduzieren.
  9. Datei speichern.
    • Die Datei wird nun automatisch dem Lightroom-Katalog hinzugefügt.

Je mehr Bilder Du stapelst, desto besser wird das Ergebnis sein.

Beipiele

Beispiel No. 1:

  • Canon 60D mit 85 mm Objektiv (f / 1.4) und Stativ; 20 Bilder in 10 Sekunden; ISO 6.400, 1/400 sek., f / 9.0