Kiel: Chemie, 1-Fach, B. Sc.

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Ein Studium der Chemie kann leicht oder schwer sein. Es hängt von Dir und Deiner Vorbereitung ab. Von Dir und Deiner inneren Einstellung. Und davon, wie gut Du über das Studium an Deiner Universität informiert bist. Auf dieser Seite findest Du allgemeine Hinweise zum Bachelor-Chemiestudium in Kiel.

Zuvor noch ein paar Verweise: Wenn Du fachliche oder inhaltliche (oder emotionale) Hilfe suchst, dann schau doch mal ins Chemie-Wiki oder kontaktiere die Mentoren. Wie Du das Studium möglichst unbeschadet überstehst, erzählt Dir unser Überlebensguide.

Bei der Wahl deiner Uni kann dir das jährlich erhobene Ranking des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) eine kleine Orientierungshilfe bieten. Dieses Ranking bezieht die Ausstattung, Forschung, Lehre und Umfragen unter Studierenden mit ein und vergleicht deutsche Hochschulen in verschiedenen Kategorien.

Was ist Chemie?

Chemie, das ist natürlich wenn knallt und stinkt. Chemie ist in langen Laborkitteln, dicken Handschuhe und Schutzbrille im Labor stehen. Chemie ist aufwendige Glasapparaturen aufbauen und tolle Sachen herstellen. Das alles sind definitiv Teile des Chemiestudiums, aber das Chemiestudium ist noch viel mehr als das! Das Chemiestudium gibt Dir einen Blick in atomare und molekulare Prozesse während einer Reaktion, hilft Dir mit physikalischen Methoden die räumliche Struktur von Molekülen zu ergründen und noch so vieles mehr

Chemie ist überall um uns herum: Die gesamte Natur besteht aus vernetzten chemischen Prozessen, Materialforscher entwickeln immer neue Werkstoffe für technische Geräte, verschiedenste geologische und klimatische Vorgänge lassen sich auf chemische Reaktionen zurückführen. Alle Stoffe stehen im steten Austausch und Wandel – auch miteinander.

Es knallt, blitzt, zischt und stinkt
Chemie, das ist, wenn knallt, blitzt, zischt und stinkt.

Der Schritt an die Uni

Wie Du bestimmt schon gemerkt hast, ändert sich mit dem Schritt an die Uni einiges:

Aus den zentral organisierten Vorgaben in der Schulzeit werden nun dezentral organisierte Optionen, die Du selbstständig finden und wählen musst. Ein kleiner Sprung vom behüteten Umfeld der Schule, rein in das kalte Fahrwasser der universitären Selbstständigkeit. Aber Du bist nicht alleine! Du beginnst nun Dein Studium mit circa 60 anderen, die meisten von ihnen sind genau so ratlos wie Du – also haltet zusammen und unterstützt Euch gegenseitig!

Eines ist auf jeden Fall sicher: Ein Studium der Chemie ist niemals langweilig. Dich erwartet eine abwechslungsreiche Mischung aus theoretischer und praktischer Arbeit. Die Möglichkeiten der Spezialisierung reichen von synthetischer oder analytischer Labortätigkeit über Computersimulationen bis hin zur Entwicklung neuer Gerätschaften. Experimente müssen geplant und durchgeführt, wissenschaftliche Ergebnisse recherchiert und später auch Zeitschriftenartikel geschrieben werden. Das Chemiestudium bietet einen interessanten Wechsel aus praktischer Arbeit und der wissenschaftlichen Ausarbeitung und Interpretation der Experimente.

Darüber hinaus ist die Arbeit in der Chemie außerordentlich interdisziplinär und beinhaltet je nach Schwerpunkt Teilbereiche der Physik, Mathematik, Informatik, Biologie oder Medizin. Ein bisschen Interesse am selbst gewählten Themengebiet vorausgesetzt, wird aus der Chemie somit ein spannendes und forderndes Feld. Wenn Du Spaß daran hast, Schritt für Schritt herauszufinden, was unsere Welt im Innersten zusammenhält, bist Du hier genau richtig.

Voraussetzungen

Für ein Studium der Chemie musst Du die AllgemeineHochschulreife vorweisen können. Auch mit einer Ausbildung und mehrjähriger beruflicher Erfahrung und/oder einer Meister- oder Technikerprüfung hast Du Zugang zum Studium. In diesem Fall erwarten Dich aber zuerst noch einige Prüfungen, die Deine Eignung für das Studienfach feststellen sollen. Mit der Allgemeinen Hochschulreife ist die Zulassung an einen Numerus clausus (NC) von 2,5 gebunden.

Eine weitere Möglichkeit, in den zulassungsbeschränkten Studiengang Chemie zu gelangen, ist über Wartesemester, also die Zeit ab deinem Abitur bis zu deiner Unibewerbung, in der Du nicht an einer Hochschule eingeschrieben warst. Wenn all diese Verfahren ausgeschöpft sind, werden manchmal auch noch übrige Plätze per Losverfahren vergeben. Dabei entscheidet jedoch der Zufall, was diesen Weg in die Uni recht unzuverlässig macht. Sollte eine Uni keine Zulassungsbeschränkung haben, kannst du dich einfach einschreiben und hast somit Deinen Studienplatz sicher.

Studienverlauf

Zu Beginn des Studiums werden ein Mathematik- sowie ein Chemie-Vorkurs angeboten, um den Studieneinstieg zu erleichtern.​

Das Studium gliedert sich, wie an den meisten Universitäten, in zwei Studienabschnitte: In den ersten vier Semestern lernst Du ausschließlich die Grundlagen der Chemie kennen. Die darauffolgenden zwei Semester hast Du die Möglichkeit, Aufbaumodule zu belegen, die es Dir erlauben, eigene Schwerpunkte zu setzen – die Aufbaumodule gliedern sich in den:

  • Wahlpflichtbereich: Erweiterung der im Pflichtbereich erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten.
  • Wahlbereich: Freie Wahl des Moduls aus dem Angebot der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Das Bachelorstudium umfasst insgesamt eine Ausbildung in den Fachgebieten:

  • Anorganische Chemie,
  • Organische Chemie,
  • Physikalische Chemie,
  • Mathematik,
  • Physik,
  • Toxikologie (+ Rechtskunde)
  • und eines/zwei Wahlpflichtfächer (z. B. Meereschemie, Analytische Chemie, Lebensmittelchemie, Numerik, …) .

Du steigst mit den drei klassischen Kernbereichen der Chemie in Dein Studium ein: Anorganische Chemie (AC), Organische Chemie (OC) und Physikalische Chemie (PC). Dazu kommen auch noch die ersten fachlichen Ergänzungen, wie Mathematik für Studierende der Chemie (MfC) oder die klassische Physik.

In der OC dreht sich (fast) alles um Verbindungen, die auf Kohlenstoff basieren. Du lernst Stoffklassen und funktionelle Gruppen kennen, verschiedene Reaktionstypen und vollziehst teils vielstufige Synthesewege nach. Die AC hingegen befasst sich im Prinzip mit allem außer Kohlenstoffverbindungen, so stehen zum Beispiel Metalle, Salze oder Komplexverbindungen hier im Fokus. Die PC hingegen ist mehr an den theoretischen Hintergründen von Reaktionen und Eigenschaften interessiert und arbeitet sehr eng mit der Physik zusammen. Hier werden Bindungen untersucht, die Kinetik von Reaktionen beleuchtet oder thermodynamische Zusammenhänge aufgeklärt und all das meist auf einem breiten mathematisch-physikalischen Fundament. Und auch neben den drei klassischen Gebieten gibt es viel zu erkunden, aber das behandeln wir an einer anderen Stelle. 

Die Regelstudienzeit für ein Bachelorstudium beträgt 6 Semester.

Im Median benötigten die Studierenden in Kiel 6 Semester für das Bachelorstudium (Noch eine kurze Anmerkung zum Median-Wert: Dieser gibt an, bis zum wievielten Semester 50% der Studierenden die Bachelorprüfung abgelegt haben).

Es gibt eine (relativ) gleichmäßige Verteilung der Semesterabschluss­prüfungen über die Semester (jeweils werden circa 30 LP erworben). Mit Semesterabschlussprüfungen sind die Modulprüfungen gemeint. Diese können aus einer oder mehre­ren Prüfungsleistungen (z. B. Klausuren, Vorträge, Hausarbeiten, Protokolle …) bestehen. Die Art und Zahl der zu erbringenden Prüfungsleistungen ist in der Fachprüfungsordnung geregelt (Link zur Prüfungsordnung 1 Fach-Bachelor of Science und Master of Science Chemie).

Der Ein-Fach-Bachelorstudiengang Chemie unterscheidet sich aber in einem wesentlichen Punkt von anderen Fachbereichen: Praktika sind zwar verpflichtend, jedoch sind damit universitätsinterne Laborpraktika gemeint. Jedes Semester erwarten Dich daher Praxisübungen im Labor, die in ihrer Schwierigkeit zunehmen. Ein Betriebspraktikum dagegen ist nicht obligatorisch.

Einen großen Teil Deines letzten Semesters verwendest Du darauf, Deine (dreimonatige) Bachelorarbeit anzufertigen – häufig auch in den Semesterferien. In der Bachelorarbeit wirst Du an eine eigenständige Arbeitsweise herangeführt. Die Grundlagen dafür wurden in den vorangegangenen Praktika und Übungen gelegt.

Die sogenannte „Bachelorprüfung“ ist (auch wenn die Bachelorarbeit längst abgegeben wurde) erst dann bestanden, wenn alle erforderlichen Modul­prüfungen (und damit die erforderliche Anzahl von Leistungspunkten) erworben wurde.

Hast Du diese Kriterien erfüllt, so hast Du nun den akademischen Grad des Bachelor of Science (B.Sc.). Dieser soll eigentlich „für eine große Bandbreite außeruniversitärer Berufsfelder, insbesondere in der chemischen Forschung, in Chemie- und Pharmafirmen sowie im öffentlichen Dienst, wie z. B. in Untersuchungs- und Umweltschutzämtern, [qualifizieren].“ In der Realität benötigt man allerdings oft mindestens den Master of Science (M. Sc.). Das Masterstudium dauert 4 Semester.

Diese und weitere Informationen kannst Du auch auf der Internetpräsenz der Universität Kiel finden.

Ein kleines bisschen Statistik

Im Jahr 2018 erreichten 31 Studierende in Kiel ihren Abschluss im 1-Fach-Bachelor Chemie. Davon sind 20 Absolventen männlich und 11 Absolventen weiblich. Übrigens: Das Geschlechtsverhältnis der Absolventen gleicht sich im Studienfach Wirtschaftschemie an und kehrt sich in Biochemie vollständig um. Im Durchschnitt brauchten Studierende 7.3 Semester, um den Bachelor of Science zu erreichen. Im Median sind es 6.4 Semester.

Von 31 Absolventen der CAU Kiel erreichten 21 im Jahr 2018 die Beurteilung „gut„, das sind 67,7 % (Im Bundesdurchschnitt erreichten 60,3 % der Absolventen des Bachelors die Beurteilung „gut“), allerdings schloss keiner mit Auszeichnung ab (dies schafften im Schnit 2,2 % aller Absolventen). Nahezu alle Bachelor-Absolventen schlossen ein Master-Studium an, lediglich 0.9 % der Absolventen starteten ins Berufsleben. Von insgesammt 6.433 Studienanfängern (Chemie und Wirtschaftschemie) im Jahr 2018 erreichten 2.501 (36.2 %) den Abschluss Bachelor of Science.

Diese und viele, viele weitere interessante Statistiken sind in der Statistik der Chemiestudiengänge der GDCh zu finden (der Link führt direkt zum PDF-Dokument).

Luftbildaufnahme der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Sonnenuntergang.
Die Christian-Albrechts-Universität im Sonnenuntergang.

Ist das Chemiestudium das richtige für mich?

Den vollständigen Artikel findest Du hier: „Ist das Chemiestudium das richtige für mich?“ Aber ein paar der wesentlichen Punkte wollen wir an dieser Stelle noch ansprechen.

Fakten! Fakten! Fakten?

Chemie ist ein Vollzeitstudium

Ein Chemiestudium ist ein Vollzeitjob mit vielen Überstunden. Von morgens bis abends verbringst Du Deine Zeit in der Uni, in Deiner knappen Freizeit fertigst Du Protokolle an oder bereitest Dich auf Testate bzw. Kolloquien vor.  In der Regel hat man pro Woche mindestens 40 Stunden, die man in der Universität verbringt. Einen Großteil der verbleibenden Zeit verbringt man nicht in der Uni, sondern Zuhause oder in der Bibliothek mit dem Nacharbeiten der Veranstaltungen, dem Schreiben von Protokollen oder dem Lernen.
Parallel zu arbeiten oder zeitaufwendige Hobbies zu pflegen ist schwierig, aber möglich. Könnte sich unter Umständen aber auf Deine Studiendauer auswirken – hier solltest Du aber nicht vergessen: Nicht in Regelstudienzeit zu studieren ist kein Weltuntergang.

„Chemie ist ein Marathon, kein Sprint.“

Anwesenheit ist der Schlüssel

Häufig gibt es in den Lehrveranstaltungen (abgesehen von Laborpraktika) keine Anwesenheitspflicht mehr. Und trotzdem ist Präsenz (leider) oft der Schlüssel zum Erfolg. Es ist also jedem freigestellt, ob er zur Vorlesung kommt oder ob er lieber alleine zu Hause lernt oder was ganz anderes macht. Für die Anmeldung zur Klausur ist die Anwesenheit bei der Veranstaltung keine Grundvoraussetzung. Nichtsdestotrotz zahlt es sich in jedem Falle aus, die Veranstaltungen und auch die (teils freiwilligen Zusatz-)Übungen zu besuchen. Nicht zuletzt hilft Dir die Präsenz an der Uni aber auch, mit den Leuten in Kontakt zu bleiben. Und auch wenn du dich eher als Einzelkämpfer siehst: Die meisten Chemiestudenten werden durch ihre Gruppe durch ihr Studium bugsiert. Deine (Lern- oder Arbeits-)Gruppe hilft Dir bei Durststrecken, Schwierigkeiten und Problemen weiter, und auf die ist bisher noch jeder Student gestoßen.

Chemie ist Mathe (und Physik)

Ja, da führt kein Weg dran vorbei. Sorry.

Viele Theorien und Konzepte der Chemie haben ihren Ursprung in der Physik oder bedienen sich mathematischer Modelle, daher sollte man diesen Fächern nicht unbedingt abgeneigt sein. Ein kleiner Lichtblick: Die Physik und Mathematik, die ein Chemiker lernt, sind sehr anwendungsbezogen und „pragmatisch“, die Mathematik, die ein Chemiker lernt, hat weniger mit „echter“ Hochschulmathematik zu tun. Ganz los wird man die beiden wissenschaftlichen Schwestern der Chemie übrigens nicht. Die Einstellung: „Aber ich studiere ja Chemie, das mit Mathe wird schon irgendwie gehen” ist keine Einstellung, mit der Du unbeschadet durch das Studium kommst. Die mathematischen Methoden der Schulchemie sind mit denen des Chemiestudiums nicht zu vergleichen. Vor allem in der physikalischen Chemie (PC) und theoretischen Chemie (TC) sind mathematische Grundlagen Voraussetzung.

Um die für das Chemiestudium notwendigen Grundlagen zu erlernen, musst Du die ersten beiden Semester die Module „Mathematik für Chemiker I + II” belegen. Diese Module sind nicht dafür da Dich zu ärgern, denn genau die Fähigkeiten, die Du hier erlernst, wirst Du später unter anderem in der physikalischen Chemie benötigen. Auch ist es überhaupt nicht schlimm, wenn Du nicht alles sofort versteht. Dafür gibt es schließlich Tutorien und Übungen – um Dir zu helfen. Und auch der Dozent reißt Dir nicht den Kopf ab, wenn Du die eine oder andere Frage stellst.

Chaplin zu Einstein: „Mir wird applaudiert, weil mich jeder versteht, und Ihnen, weil Sie niemand versteht.”

Chemie ist hart

Ein Chemiestudium verlangt Engagement, ein gutes Zeitmanagement und ein nicht unerhebliches Maß an Disziplin! Selbst wenn Du zum Studienbeginn hoch motiviert warst, wird es Dir passieren, dass Dir irgendwann diese Motivation ausgeht und Dir die Lust vergeht. Das ist normal. Es ist eben viel Plackerei und kein Ende in Sicht.  Zum Teil ist es auch das, was das Chemiestudium ausmacht. Aber ein Studium ist generell hart, ob gerade das Chemiestudium härter als andere Studiengänge ist, können wir nicht sagen.

Da aber alle Chemiestudenten irgendwie auch im selben Boot sitzen, kommt man generell ziemlich gut miteinander aus. Es sind die äußeren Umstände, die einen zu Leidensgenossen machen und zusammenschweißen. Dadurch findet man seine besten Freunde, die besten Lernpartner und natürlich auch die besten Saufkumpanen – und vielleicht sogar „seine große Liebe“. Gerade diese herzlichen Details machen das Studium, trotz der hohen Belastung, auf jeden Fall studierenswert. Wenn Du mit all dem leben kannst, dann könnte das Chemiestudium etwas für Dich sein.

Achja… es ist von Vorteil, wenn Du Dich selbst organisieren kannst und jede Menge Durchhaltevermögen sowie Leidensfähigkeit mitbringst… und wenn nicht, dann wird Dir das Studium genau das beibringen.

Wohnen, Leben und Arbeiten

Kiel: Ein Monolith in anthrazit in der Brandung der Euphorie.“ (unbekannt, frei nach Patrik Salmen)

Das Studium der Chemie an der CAU

Gebäude der Chemie der CAU Kiel. Chemiestudium in Kiel.
Die Gebäude der Fakultät.

Ansprechpartner

Fachspezifische und auch allgemeine Fragen kannst Du auch den Mentoren der Fachschaft(en) stellen:

1. Fachsemester

Zum Semesterstart

Flyer: Die Verastaltungen der Fachschaft Chemie im Wintersemester 2019/20. Chemie studieren in Kiel.

Zum Semesterstart hat die Fachschaft Chemie einige Veranstaltungen geplant. Bei diesen könnt ihr die Uni, die Chemie, die Fachschaft und natürlich eure Kommilitonen kennenlernen, erste Freundschaften knüpfen und die schönen Seiten des Studierens schon mal auskosten. Im Wintersemester 2019/20 sind dies:

  • Das Ersti-Frühstück am 23.09.19 um 08:00 Uhr (Otto-Hahn-Platz 5).
  • Die Vorstellung der Fachschaft mit anschließender Campusrallye am 23.09.19 um 13:30 Uhr (Otto-Hahn-Platz 5).
  • Der Kneipenabend am 26.09.19 um 20:00 Uhr (Kieler Brauerei, Alter Markt 9).
  • Völlig Losgelöst! am 17.10.19 ab 23:00 Uhr (Die Chemiker-Party im Luna, Bergstraße 17A)

Die offizielle Begrüßungsfeier findet am 14. Oktober 2019 ab 9:45 Uhr im Audimax, Christian-Albrechts-Platz 2, statt. Je nach Fakultätszugehörigkeit findet Ihre Begrüßungsfeier am Vormittag oder am Nachmittag statt. Den Einlass für die Begrüßungsfeiern begleitet jeweils ein Konzert der Uni-Big Band um 9:45 Uhr und 13:45 Uhr. Bei der Begrüßung werden sich auch das Studentenwerk Schleswig-Holstein sowie der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) vorstellen. Im Anschluss an die Vormittagsbegrüßung erwartet Dich noch eine spannende Science-Show.

Und übrigens: Die Weihnachtsvorlesung im Dezember zu besuchen ist Pflicht 😉

Ersti-Pakete

Es ist schon eine Art Tradition an der CAU Kiel, dass die FS Chemie zum Studienbeginn des Anorganisch-Chemischen Praktikums das ERSTI-Paket organisiert. Das Ersti-Paket des Wintersemester 18/19 kostet 42 €. Um im AC-Labor durchstarten zu können, sind folgende Labormaterialien im Ersti-Paket enthalten:1

  • 10 große Reagenzgläser, 160x16x0.8 mm, Bördelrand
  • 10 Pasteurpipetten, 150 mm
  • 1 Pinzette, Edelstahl, 105 mm
  • 1 Spatel
  • 1 Reagenzglasklammer, Holz, bis 20 mm
  • 1 Universal pH-Papier, 5m Rolle
  • 10 Magnesiastäbchen 140 mm
  • 10 Magnesiarinnen 100×10 mm
  • 3 Pipettenhütchen
  • 10 Rundfilter, 90mm
  • 10 Faltenfilter, 90mm
  • 3 Porzellantiegel
  • 1 Porzellantiegeldeckel
  • 1 Schutzbrille

Die FS Chemie organisiert dazu bei den ERSTI-Begrüßungen eine Sammelliste und folglich eine Sammelbestellung der Labormaterialien

Allgemeine Chemie

In dem Modul „Allgemeine Chemie I“ werden Dir die grundlegendsten chemischen Konzepte vermittelt. Bei der Vorlesung handelt es sich um eine Experimentalvorlesung, es geht also heiß her und wird auch mal laut.

Wichtig für Dich: Da sein, zuhören, mitschreiben, Fragen stellen und dran bleiben.

Mathematik

Hier lernst Du die mathematische Grundlagen kennen. Vieles davon hat auf den ersten Blick keinen klaren chemischen Bezug, aber die Grundlagen, die hier vermittelt werden, sind notwendig für die späteren Semester.

Wichtig für Dich: Mach Deine Übungsaufgaben, geh zu den Übungen, setz Dich mit dem Vorlesungsstoff auseinander und lern verdammt nochmal für die Tests!

Das Laborpraktikum

Das Experimentieren will gelernt sein. Die praktische Seite des Chemiestudiums verbirgt sich hinter dem chemischen Praktikum. Die Praktika der einzelnen Bereiche bauen im Verlauf des Studiums aufeinander auf:

Zunächst muss das Einführungs- und Analysen-Praktikum absolviert werden: Praktischer Einführungskurs in die Chemie (chem101) und die qualitativen und quantitativen anorganischen Analysen (chem104). Das Modul chem104 wird auch liebevoll Ionenlotto genannt.

2. Fachsemester

Das erste Semester hast Du nun geschafft, also durchatmen. Vergiss nicht, was Du gelernt hast, Du wirst es immer wieder brauchen.

Mit den Modulen Allgemeine Chemie II und Mathematik für Studierende der Chemie II gibt es einen direkten Anschluss an das erste Semester. Im zweiten Teil der Vorlesung „Allgemeine Chemie“ werden Dir die Konzepte der Organik näher gebracht. MfC 2 hingegen zeigt Dir einige höhere Konzepte der Mathematik.

Physikalische Chemie I

Die Vorlesung „Physikalische Chemie I“ ist die Antwort auf die Frage, wozu Du Mathematik und Physik im Chemiestudium eigentlich brauchst. Du wirst in diesem Modul an die Grundlagen der Thermodynamik herangeführt, wofür gute Kenntnisse in Mathematik und Physik sehr wichtig sind.

Wichtig für Dich: Bleib immer dabei, auch wenn Du mal nichts versteht, das geht auch vielen anderen so. Du solltest Fragen, wenn Du was nicht verstehst, und hier sorgfältig nacharbeiten und die Übungsaufgaben lösen. Und nicht vergessen: Lern verdammt nochmal für die Tests, sie retten Dir den Arsch.

AC-Laborpraktikum

Das zweite Praktikum ist das […]

Ein normaler Tag im Praktikum läuft etwa so ab:

Zunächst wird in einem Kolloquium durch den Laborassistenten überprüft, ob Du und Dein Laborpartner sich entsprechend vorbereitet haben, d.h. die Details des Experiments kennen und mit den Sicherheitsbestimmungen vertraut sind. Viele Informationen diesbezüglich findet ihr im Versuchsskript, oft muss man aber auch mindestens ein Lehrbuch, das Skript und das Internet zu Rate ziehen, damit man nicht vom Assistenten zur „Nachrecherche” oder nach Hause geschickt wird. Hat man das Kolloquium überstanden, kann das Experiment losgehen. Zunächst muss man sich die Chemikalien organisieren und die Gerätschaften aufbauen, die für das Experiment nötig sind. Zum Glück stehen „Hiwis” (kurz für Hilfswissenschaftler) – also Studenten aus höheren Semestern – mit Rat und Tat zur Seite. Die Assistenten kontrollieren die Arbeit und geben hin und wieder auch hilfreiche Tipps. Abschließend muss noch Zuhause das Versuchsprotokoll angefertigt werden, in welchem unter anderem die Ergebnisse präsentiert werden. Dieses wird vom Assistenten korrigiert und wenn es den Anforderungen genügt auch abgezeichnet. Ist dies nicht der Fall (was die Regel ist), darf man sich am nächsten Praktikumstag über ein weiteres Protokoll zur Korrektur freuen.

3. Fachsemester

Physikalische Chemie

Neben einer Vorlesung inklusive Übung hast Du das erste Praktikum in der PC.

PC-Laborpraktikum

Das dritte Praktikum ist das PC-Grundpraktikum, es findet einmal wöchentlich im Laufe des dritten Semesters statt. Im Gegensatz zur AC spielen hier Mathematik und Physik eine elementare Rolle. Die Experimente selbst sind meist recht einfach durchzuführen, dafür haben es die Protokolle in sich. Hier gilt die Struktur: Kolloquium, Versuch, Protokoll. Wer sich hier auf das Kolloquium nicht vorbereitet hat, der hat wirklich ein Problem, denn die Theorie steht hier im Vordergrund und wird auch im Kolloquium sowie im Protokoll noch einmal abgeprüft. Ein PC-Protokoll erfordert eine detaillierte Auswertung mit Programmen wie Origin, was im Allgemeinen mehr Zeit in Anspruch nimmt als die Versuche selbst. Zusätzlich werden Kolloquium und beide Protokollabgaben benotet. Wer hier zu schlecht abschneidet, muss beim Praktikumsleiter vorsprechen.

4. Fachsemester

OC-Laborpraktikum

Das OC-Grundpraktikum findet entweder als Blockkurs oder als reguläres Praktikum statt. Der Fokus liegt hier wieder eher auf dem praktischen Experimentieren. Zwar ist das Kolloquium  Pflicht – insbesondere die Vorbereitung auf die Gefahrstoffe – aber die durchzuführende Synthese steht im Vordergrund. Die Versuchsapparaturen müssen nach Anleitung selbst zusammengestellt und aufgebaut werden, denn Techniken wie Umkristallisation, Vakuumdestillation und Extraktion wollen erlernt werden. Die synthetisierten Substanzen werden mittels IR-Spektroskopie, Siedepunkt u. a. analysiert. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man die Laboröffnungszeiten voll ausnutzen muss. Spätestens für dieses Praktikum ist es sinnvoll, eine Glasbruchversicherung abzuschließen, denn viele der verwendeten Geräte sind teuer und bestehen aus Glas – eine recht heikle Kombination.

Zum Abschluss des Praktikums gibt es in der Regel ein Abschlussgrillen.

Im 5. Semester folgt das OC-Fortgeschrittenenpraktikum, welches ebenfalls Pflicht für alle Studierenden der Chemie ist und in welchem dann auch wieder Protokolle geschrieben werden „dürfen“.

5. Fachsemester

[…]

Wahlpflichtmodule

Im 5. und 6. Semester musst Du ein Wahlpflichtmodul und ein Wahlmodul aus dem Angebot der CAU belegen. […]

6. Fachsemester

[…]

PCF-Praktikum

Im 6. Semester findet schließlich das PC-Fortgeschrittenenpraktikum statt. Ähnlich organisiert wie das Grundpraktikum (Versuche, Protokolle, Testate) führst Du hier fortgeschrittene Versuche aus der PC durch. Das Ganze findet als Blockpraktikum in den ersten 6 Wochen des Semesters statt – im Anschluss folgt ein Abschlusskolloqium beim Professor.

Bachelorarbeit

Am Ende deines Studiums steht dann eine umfangreiche Abschlussarbeit, in welcher Du eine Fragestellung zu einem bestimmten Thema mehr oder weniger selbstständig bearbeitest. Dies ist in der Regel Deine Bachelorarbeit.

Im Laufe von 3 Monaten wirst du hauptsächlich im Labor stehen und in Abstimmung mit Deiner Betreuerin oder deinem Betreuer eigenständig Versuche durchführen. Danach folgt das große Schreiben: Du trägst alle Ergebnisse zusammen und führst eine wissenschaftliche Interpretation und Diskussion der Ergebnisse durch. Im Laufe deiner Abschlussarbeit wirst du dankbar sein für jede Stunde, die du vorher im Labor verbracht hast und jedes Laborprotokoll, das du schreiben, einreichen, korrigieren und nochmals einreichen musstest, denn diese Erfahrungen sind dann wirklich Gold wert.

Und was jetzt?

Da der Bachelor zwar bereits ein berufsqualifizierender Abschluss ist, könntest Du nun in die Arbeitswelt starten, was jedoch in Chemie und anderen Naturwissenschaften sehr unüblich ist. Daher folgt auf den Bachelor fast obligatorisch das viersemestrige Masterstudium, in welchem du dich relativ frei spezialisieren kannst. Auch hier steht eine Abschlussarbeit an und in in vielen Fällen auch eine Verteidigung, bei der Du Deine Arbeit in einem Vortrag zusammenfasst und dich den Fragen einiger Dozenten stellen musst.

Fasst man Bachelor und Master zusammen, kommst du also in Summe auf 10 Semester Regelstudienzeit.

Prüfungen

Alle Module müssen mit einer Modulprüfung abgeschlossen werden. Diese finden jeweils zum Ende des Semesters statt. Bei uns gibt es zwei Prüfungszeiträume: Im ersten Prüfungszeitraum (Februar bzw. Mitte Juli bis Mitte August) werden i.d.R. alle Prüfungen angeboten, also die Prüfungen des aktuellen Semesters und die Wiederholungsprüfungen vom Semester davor (der sogenannte dritte Prüfungszeitraum). Im zweiten Prüfungszeitraum (zweite Märzhälfte bzw. Anfang Oktober) finden dann nur noch Wiederholungsprüfungen vom aktuellen Semester statt – bitte berücksichtigt das also, wenn ihr Prüfungen wiederholen müsst oder wollt.

Alle Infos zu den Modulprüfungen findest Du auf der Seite des Prüfungsamtes. Dort findest Du auch Links zu den genauen Terminen der Prüfungszeiträume, die Anmeldefristen, die Prüfungspläne und viele andere wichtige Informationen, u. a. für den Krankheitsfall.

Wichtig: Du musst Dich für alle Prüfungen online anmelden! Die Anmeldungen der Prüfungen erfolgt (fast ausschließlich) über das CAU-Portal. Eine Anleitung und weitere Informationen findest Du im Bereich Prüfungsorganisation Online auf der Website der Uni.

Was passiert, wenn Du eine Prüfung nicht bestehst?

Beim ersten Durchfallen gibt es noch im gleichen Semester eine Wiederholungsklausur. Wenn die Wiederholungsklausur auch nicht bestanden ist, gibt es noch einen dritten Versuch. Zweimal in Deinem Studium an der CAU Kiel hast Du zudem die Möglichkeit einen Joker-Antrag zu stellen (Antrag auf einen vierten Versuch).

[…]

Glasbruchversicherung

Im Laborpraktikum haftest Du für verursachten Glasbruch. Wenn Du eine Glasbruchversicherung abschließt, kannst Du Dir unter Umständen riesige Kosten sparen.

[…]

Beruf, Karriere & Gehalt

Die Berufschancen und das Gehalt als Chemiker werden in einem anderen Artikel behandelt.

Erfahrungsberichte aus dem Studium

Auf studycheck.de gibt es ein paar Erfahrungberichte aus dem Studium, bzw. Bewertungen zum Studium:

So schrieb die Nutzerin Sorina am 10.10.2018:

„Chemie im Einfach-Bachelor ist ein sehr nervenaufreibender, lern- und Zeitintensiver Studiengang. Schon nach wenigen Wochen stellt sich meist heraus wer wirklich dabei bleiben wird und wer nicht. Die Anforderungen sind hoch, der Druck stark. Aber dafür lernt man unglaublich viel. Der Studiengang ist außerdem sehr abwechslungsreich aufgebaut, da es ein bunter Mix aus Vorlesungen, Übungen, Seminaren und Praktika gibt.“  

Der Nutzer Kevin schrieb am 21.09.2018:

„Der Studiengang ist schwer, das weiß man vorher, allerdings verlangt er einem mehr ab als man denkt. Organisationstalent und Disziplin sind notwendig. Der Bachelor ist voll gepackt mit Modulen. Dabei ist es wichtig dranzubleiben und einen Mittelweg zu finden. Alle Module mit sehr gut bestehen? Unmöglich! Ich liebe es trotzdem. Die Dozenten sind bemüht und alle sehr fasziniert von ihrem Fach. Es gibt aber Solche und Solche. Ich kam mit allen einigermaßen gut klar. Die Mitarbeiter und Doktoranden sowie alle Leute, die euch begleiten sind sehr nett und helfen, wo sie können. Ich würde es jederzeit wieder studieren, da, je weiter man im Bachelor kommt, die Gruppen kleiner werden, das Arbeiten angenehmer. Es ist ein Full Time Job, das sollte jedem klar sein. 30 Stunden Uni + 20 Stunden zu Hause in der Woche. Darauf muss man sich einstellen. Tut man es, wird man es lieben.“

Die Nutzerin Solveig schrieb am 28.11.2017:

„Bis jetzt läuft es ganz ok. Aber zu geringe Ausstattung im Labor. Ansonsten sind die Dozenten erfahren und machen relativ gute Vorlesungen. Bis jetzt nicht viel zu meckern. Viele Hiwis sorgen für ein recht entspanntes arbeitsklima. Aber die fehlende Laborausstattung ist echt nervig.“

…. ein alter Forenbeitrag auf chemieonline.de von der Nutzerin Curie aus dem Jahr 2007 (vor der Umstellung auf das Bachelor-/ Master-System):

„Ich bin an der CAU im 6. Semester und bin zufrieden.

Profs: gibt keinen von dem ich sagen würde, dass er seinen Job schlecht macht. Namen werde ich nicht mit Einzelheiten hier nennen…Profs googlen auch 😉 Aber allgemein bin ich mit den meisten ganz zufrieden, 1-2 sind in der Lehre nicht so engagiert…

Betreuung ist auch gut, hat mir nie an etwas gefehlt. Was aber die Fachschaft angeht… naja sie ist inzwischen gewachsen. Als ich angefangen hab waren es nur 2-3 Leute, heute sinds bestimmt 10. Dann ist auch sicher die Betreuung der Ersties besser (hoffe ich mal).

Ausstattung: man kann nicht meckern. Die Labore sind modern (bis auf die in der PC, aber bald gibt es eine neue PC (es wird gebaut/renoviert). Im ersten Semester ist es ein bisschen voller in den Abzügen, aber das ist normal. Im OC-Grundpraktikum waren wir zu 2. an einem Abzug, im OCF1-Praktikum auch. Im OCF2-Praktikum hatte ich schon ein Abzug für mich allein. Es wird also besser je weiter man ist.

Was mir noch für nen Studienanfänger einfällt ist nur, dass es inzwischen im 1. Semester nach ein paar Wochen eine Klausur gibt. Es gibt sehr viele Anfänger und einige werden dann halt schon aussortiert. Aber wenn dir wirklich was am Fach liegt, solltest du damit keine Probleme haben…

Ansonsten ist noch eine Klausur OCI zu bestehen um das OC-Grundpraktikum machen zu können, und nen Schein in PCI (Thermodynamik) oder PCII (Quantenmechanik) benötigt man fürs PC-Praktikum. Im Hauptstudium muss man 8 6-Wöchige Praktika machen. Davon sind pflicht OCF1, PCF1, ACF1, Wahlpflichtfach. Die restlichen vier können frei gewählt werden, dabei gibt es bis zu F3-Praktika.

So, und wie das alles mit Bachelor/Master ab WS07/07 wird weiss ich nicht, aber ich denke, dass sich zunächst nicht sehr viel ändern wird.

Zu Kiel allgemein: wenn dir graue Städte nichts ausmachen kannst du ruhig herkommen. Der Winter ist lang, grau, und nass. Und zwar von überall her nass, denn es ist sehr windig. Meistens nieselt es den ganzen Tag lang… Im Sommer gibts aber auch ein paar schöne Tage im Park oder am Strand. Kulturell gesehen ist hier nicht so viel los, aber man hat wenn man Chemie studiert sowieso wenig Zeit für sowas.“

Ein wenig schöner lesen sich die Erfahrungsberichte, die der GDCh gesammelt hat.

Einzelnachweise