Die Aufnahme toxischer Substanzen

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Die Aufnahme toxischer Substanzen (die sog. Expositionsphase) wird umrissen mit der Hinbewegung einer toxischen Substanz zu den Resorptionstlächen eines lebenden Organismus. Neben den physikalischen Größen wie Zeit und Temperatur ist die biologische Beschaffenheit der ResorptionsoberfIächen von großer Bedeutung für die Aufuahme der Substanzen in den Organismus.

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Haut – Dermale Exposition

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Schleimhaut

Im Vergleich zur Aufnahme von toxischen Substanzen durch die Haut ist die Aufnahme durch die Schleimhäute wesentlich intensiver, da eine Barriere ähnlich der Homschicht nicht vorhanden ist. Wie bei der Haut werden aber Chemikalien mit lipophilen Eigenschaften bevorzugt. Im allgemeinen haben Schleimhäute den Charakter einer Lipidmembran mit Poren, so dass sie auch fur hydrophile Substanzen beschränkt durchlässig sind.

Verschiedene toxische Substanzen können über die Schleimhäute der Nase, des Mund-Rachen-Raumes, der Bindehaut der Augen, der Harnleiter, der Blase oder der Scheide in den Blutkreislauf gelangen und systemische toxische Wirkungen verursachen.

So wurden z.B. bei Blasenspülungen mit Borsäurelösung tödliche Vergiftungen beobachtet. Arsenik wurde früher zu Mordzwecken in die Scheide eingebracht, Kokainsüchtige benutzen oft die Nasenschleimhaut als Resorptionsfläche.

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Verdauungstrakt – Orale Exposition

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Respirationstrakt – Inhalative Exposition

Für die Resorption durch die Lungen sind besonders gasförmige Substanzen geeignet. Es können jedoch auch flüssige und feste Substanzen aufgenommen werden, wenn sie in feinverteilter Form als Aerosol vorliegen. Viele toxische Substanzen gelangen als Aerosole in den Organismus.

Von seinen Funktionen her kann der Respirationstrakt in drei Abschnitte eingeteilt werden:

  1. Der Nasen-Rachen-Raum
  2. Das Verteilungssystem der Bronchien
  3. Die Lungenbläschen oder Alveolen

Der Nasen-Rachen-Raum temperiert die eingeatmete Luft und feuchtet sie an. Die Haare in den Nasenhöhlen filtern grobe Staubpartikel ab, die einen Durchmesser von mehr als 10 flm haben. Die meisten gefilterten Staubpartikel setzen sich an den Schleimhäuten in der Nase und im Rachen ab.

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Plazentaler Durchtritt

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Entscheident ist, ob eine Substanz die Blut-Plazenta-Barriere passieren kann. Oft wird beobachtet, dass eine Substanz, welche die Blut-Hirn-Schranke penetrieren kann auch die Blut-Plazenta-Barriere passieren kann. [d]

Beispiele

Quecksilber

Mit dem Blut kann sich elementares Quecksilber im gesamten menschlichen Körper verteilen, da es die meisten Zellmembranen sowie die Blut-Hirn-Schranke und die Plazenta leicht passiert. [d]

Radiostrontium

Vergleiche auch [1] zum plazentalen Übertritt von Radiostrontium bei der Ratte.

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Verweise

[…][1] Kriegel, H.: Untersuchungen über das biologische Verhalten radioaktiver Spaltprodukte bei trächtigen Tieren. I. Mitt.: Plazentaler Übertritt von Radiostrontium bei der Ratte. Strahlenther. 111, 273–279 (1960).Google Scholar

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Einzelnachweise

[a] Fuhrmann

[b][c][d] Tore Syversen, Parvinder Kaur, Die Toxikologie des Quecksilbers und seiner Verbindungen, Journal of Trace Elements in Medicine and Biology, Volume 26, Issue 4, October 2012, Pages 215-226 https://doi.org/10.1016/j.permed.2013.09.006

[e]