Die Sache mit den Drogen

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Chemie studieren bedeutet auch, sich in Gesellschaft von Nicht-Chemikern überdurchschnittlich häufig mit einer bestimmten Frage konfrontiert sehen:

„Kannst Du Crystal-Meth kochen?“ alternativ auch „Kannst Du Drogen herstellen?“

Und die Antwort lautet: Ja, klar. Könnte ich. Die meisten von uns könnten das, denn die synthetischen Drogen sind aus der Perspektive eines Chemikers keine wahnsinnig komplizierten Substanzen. Jahrelang schuften wir uns im Labor fast zu Tode und lernen in den Vorlesungen und Übungen, wie wir ein beliebiges Molekül herstellen können, da wird so etwas anspruchsloses, wie eine synthetische Droge, zumindest theoretisch kein Problem darstellen. Also ja, Chemiker können Drogen und auch Crystal-Meth kochen.

Drogen herzustellen ist aber illegal und von den moralischen Komplikationen fangen wir an dieser Stelle gar nicht erst an. Außerdem benötigt man Gerätschaften und die Synthesechemikalien. Und diese Chemikalien sind nicht frei verkäuflich und häufig unterliegen sie einer besonderen Beobachtung.

Außerdem hat das Chemiestudium eher einen abschreckenden Effekt auf solche Vorhaben, denn Chemiker wissen, wie viel bei solchen Prozessen schief gehen kann – von der Herstellung bis zur Reinigung. Von den toxikologischen Eckdaten ganz zu schweigen.

Und eine Sache noch: Warum sollte man mehr als ein halbes Jahrzehnt lang studieren, nur um dann beim Kochen illegaler Betäubungsmittel erwischt und verurteilt zu werden? Das wäre schön doof.

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