Entsorgung von Chemikalien

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Allgemeine Entsorgungsmaßnahmen

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Saure wässrige Lösungen

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Besondere Entsorgungsmaßnahmen

Brom

Brom ist ein sehr starkes Ätz- und Atemgift und darf daher nur unter dem Abzug gehandhabt werden. Brom ist sehr schwer, vergewissere Dich daher vor dem Abfüllen, dass Du die kleine Flasche ruhig und sicher halten kannst! Brom lässt sich wegen seines hohen Gewichtes und seines hohen Dampfdruckes kaum pipettieren und muss daher im Messzylinder abgemessen werden.

Keine Spritzen oder (Pasteur-)Pipetten verwenden!

Während der gesamten Reaktionsvorbereitung müssen dicke (Butylkautschuck) Handschuhe getragen werden!

Wenn Brom auf die Haut kommen sollte, muss diese sofort mit gesättigter Natriumthiosulfat-Lösung behandelt werden. Vor Versuchsbeginn ist davon eine Flasche mit mindestens 500 mL vor dem Abzug bereitzustellen. Auch alle Abfälle und Geräte, die Brom enthalten können, müssen mit Natriumthiosulfat-Lösung behandelt werden. Brom wird mit einem Reduktionsmittel zum Halogenid reduziert und darf danach ins Abwasser gegeben werden bzw. im anorganischen Abfall entsorgt werden. Das als Reduktionsmittel oft empfohlene Thiosulfat gibt bei der Reaktion Schwefel als unlöslichen Niederschlag. Mit Sulfit- oder Hydrogensulfit-Lösungen werden dagegen nach der Desaktivierung klare Lösungen erhalten. Da die bei der Reaktion entstehende Bromwasserstoffsäure zu einer unerwünschten Entwicklung von Schwefeldioxidgasen führen kann, verhindert man bei größeren Mengen eine zu starke Versauerung zweckmäßig durch Zugabe von Natronlauge. Zur Entfernung von Bromdämpfen in Gefäßen werden diese vor den Abzugsschacht hingelegt.In den Abzügen, in denen mit Brom gearbeitet wird darf auf keinen Fall eine Aceton-Spritzflasche stehen!

Natrium

Natrium ist mit Alkohol zu desaktivieren!

Natrium ist immer in überschüssigen Alkohol einzutragen, weil sonst die Mischung dickflüssig wird und die Kühlung des Metalls ausbleibt: Es glüht dann auf und kann eine Entzündung des entwickelten Knallgasgemisches verursachen.

  • Arbeite in einem trockenen und gut ziehenden Abzug (Wasserstoffentwicklung!)!
  • Kühle nicht mit einem Wasser-oder Eisbad!
  • Zündquellen (Magnetrührer!) dürfen nicht den entwickelten Gasen ausgesetzt sein!
  • Verwende vorzugsweise einen Rundkolben mit aufgesetztem Rückflusskühler und Gasableitung direkt in den Abzugschacht!

Stelle eine Schale oder eine Schüssel unter, wenn Du mit offenen Gefäßen arbeiten musst. Dies verhindert, dass bei einer unbeabsichtigt zu stürmisch verlaufenden Reaktion der Gefäßinhalt auf die Arbeitsfläche oder in die Wassereinläufe quillt und sich dort zündet.

Beachten außerdem:

  • Die beim Vernichten des Natriums erhaltene Alkoholatlösung ist ein überaus nützliches Mittel zur Desaktivierung verschiedener Stoffe. (z.B. Iodmetan, Dimethylsulfat, Benzylhalogenide). Falls dennoch entsorgt werden soll, muss die Mischung zuvor filtriert werden, um eventuell vorhandene Natriumnester abzutrennen
    • Der zurückbleibende Filter kann erst nach vollständigem Eintauchen in Wasser entsorgt werden.

Quecksilber

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Einzelnachweise

[a] https://www.bcp.fu-berlin.de/chemie/chemie/studium/ocpraktikum/_Unterlagen_Sicherheit/sikskpt.pdf (Zuletzt abgerufen am 20.12.2019)