Interpretation eines Pulverdiffraktogramms

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Mithilfe eines Pulverdiffraktogramms können quantitative und qualitative Aussagen über eine untersuchte Substanz getroffen werden. In erster Linie, ob es sich um eine röntgenamorphe oder eine kristalline Probe handelt. Ist die Struktur der gewünschten Substanz bekannt, kann die Phasenreinheit überprüft werden. Hierfür wird das gemessene Pulverdiffraktogramm mit einem theoretisch berechneten verglichen. Die für die Berechnung notwendigen Strukturdaten werden der CSD-Datenbank oder einer Veröffentlichung entnommen. Bei einer Übereinstimmung kann von der gewünschten Struktur ausgegangen werden. Weiterhin kann bei Phasengemischen, in denen Fremdreflexe auftreten, anhand des Intensitätsverhältnisses eine grobe quantitative Abschätzung über die Zusammensetzung getroffen werden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass es durch Vorzugsorientierung der Kristalle, der sogenannten Textur, zu einer Verfälschung der Intensitäten kommen kann. Den gleichen Effekt beobachtet man bei einer starken Fehlordnung. Zur Strukturlösung können Pulverdiffraktogramme nur bedingt genutzt werden. Mittels einer Indizierung kann auf die Elementarzelle der Verbindung geschlossen werden. Weiterhin erhält man Hinweise auf die Raumgruppe. Im Allgemeinen verwendet man zur Strukturlösung Einkristalldaten. [1][…]

Einzelnachweise

[1] Spieß, L., et al., Moderne Röntgenbeugung: Röntgendiffraktometrie für Materialwissenschaftler, Physiker und Chemiker, Vieweg+Teubner Verlag, 2009.