Konflikte im Nebenjob

Du bist hier:

Nebenjob als Werkstudent

Einen Nebenjob in der chemischen Industrie ist das beste, was dem zukunftsorientierten Chemiestudenten passieren kann. Man arbeitet im richtigen Fachbereich, gewinnt wertvolle Einblicke und verdient sich seinen Lebensunterhalt.

[… Hier fehlen noch Inhalte …]

Ich möchte hier auf Konflikte im Nebenjob eingehen, die auf eine besondere Art und Weise im Labor auftreten.

[… Hier fehlen noch Inhalte …]

Laborhimmel und Laborhölle können einander ungemütlich nah kommen.

[… Hier fehlen noch Inhalte …]

Konflikte durch schlechte Kommunikation

Kommunikation

Wenn man mit jemandem spricht, geht man zunächst davon aus, dass diese Aussage eindeutig ist und man sich darüber keine Gedanken machen muss. So einfach und so eindeutig ist es aber (leider) nicht.

[… Hier fehlen noch Inhalte …]

Probleme entstehen häufig aus Überempfindlichkeit, Konfliktvermeidung, Harmoniestreben oder übertriebener Nachgiebigkeit. Der letzte Punkt kann darin gipfeln, dass es zum Nicht-Umsetzen getroffener Vereinbarungen kommt, gegen die man unausgesprochene Vorbehalte hat.

[… Hier fehlen noch Inhalte …]

Allerdings ist eine Weiterentwicklung und letztendlich die Lösung der eigenen Problemstellen, kaum im Alleingang möglich, weil jeder Mensch der Gefangene seiner eigenen Wahrnehmung ist. Um uns weiterzuentwickeln, brauchen wir das Feedback und die Reflexion durch (qualifizierte und) wohlwollende Mitmenschen. Mit wohlwollenden Mitmenschen sind keine Ja-Sager gemeint, sondern eben die Mitmenschen, die auch auf eine menschliche Art und Weise Kontra geben können, weil sie möchten, dass wir zur besten Version unserer Selbst werden.

[… Hier fehlen noch Inhalte …]

Konflikte durch Klassendenken

Klassenkampf?

[Spoiler-Warnung: Der nachfolgende Text kann eine ungesunde Menge an Pauschalisierung und Schubladendenken beinhalten – wir/ich versuche/n daher den Text so neutral wie möglich zu halten. Wir möchten ausdrücklich festhalten, dass wir hier niemandem vor den Kopf stoßen möchten.]

Ein Konflikt, der „häufig“ zur Sprache kommt, ist der vermeintliche Klassenkampf zwischen Laboranten und Chemikern. Gibt es den wirklich oder ist er nur ein urbaner Mythos?

[… Hier fehlen noch Inhalte …]

Ich glaube, dass dieser „Klassenkampf“ keiner zwischen Laboranten und Chemikern ist. Vielmehr glaube ich, dass dieser Konflikt aus einer giftigen Mischung von Missverständnissen, „falschen“ Vorstellungen und so vielem anderen geboren wird. Es handelt sich daher vielleicht vielmehr um die alltägliche Konflikte zwischen Angestellten und Führungskräften oder Akademikern/Studenten und Berufstätigen/Auszubildenden.

[… Hier fehlen noch Inhalte …]

Was kannst Du nun, in Deiner Rolle als Aushilfe oder Werkstudent, tun?

[Achtung: Die folgende Liste ist erstmal nur eine lose Gedankensammlung]

  1. Analysiere den Konflikt.
  2. Sei freundlich. …
  3. Bleib motiviert.
  4. Misch Dich nicht ein. Wenn der Konflikt nicht mit Dir oder Deiner Arbeitsweise besteht, sondern es sich in Wirklichkeit um einen Konflikt zwischen Deinen Kollegen (den Laboranten) und dem Chef handelt, dann hast Du Dich da nicht einzumischen. Du besitzt (i. d. R.) nicht die Kompetenz, um solche Konflikte zu lösen – und ob es Dir überhaupt zusteht, ist auch erst einmal zu bezweifeln. Verhalte Dich neutral, aber verbiege Dich nicht – ein Rückgrat sollte keine Behinderung sein.
  5. Zeige Respekt. Ein Werkstudent in einem Entwicklungslabor eines bekannten Konzerns berichtete mir einst: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich einige Laboranten von Chemikern und Studenten nicht wertgeschätzt fühlen. Das ist insofern verständlich, als dass Angehörige der Universitäten vielleicht dazu neigen sich für „die Elite“ zu halten und das auch zur Schau stellen. Niemand ist ein besserer oder wertvollerer Mensch, nur weil er studiert oder einen akademischen Titel hat. Ausbildungen werden nicht genug wertgeschätzt.“
    Es kann übrigens nicht schaden ehrliches (sic!) Interesse an der Arbeit Deiner Kollegen zu zeigen – frage nach, wie dieses oder jenes funktioniert oder warum Dein Kollege die Arbeit genau so erledigt, wie er sie erledigt, frage nach Meinungen zu Labortätigkeiten (nicht nach Meinungen zu Menschen!), …
  6. ….
  7. Erst denken, dann handeln. Dich belastet das Verhältnis so sehr, dass Du ein klärendes Gespräch führen willst? Dann frage zuerst Deine Kollegen danach, ob Du was besser machen kannst – zeige Dich kritikfähig und lernwillig. Hast Du das Gefühl, dass Du ehrliche Antworten bekommen hast, diese oder Deine daraus abgeleiteten Handlungen und Verhaltensänderungen das Arbeitsklima aber nicht verbessern, dann ist es eventuell nötig, das Gespräch mit dem Chef zu suchen. Aber: Bevor Du das tust, denke über Folgendes nach: Was würde passieren, wenn das Gespräch genau so ausgeht, wie Du es im besten Fall erwartest? Was passiert, wenn es furchtbar schief geht? Denke ruhig ein wenig länger darüber nach.

[… Hier fehlen noch Inhalte …]

Ein paar Aussagen von anderen:

„Ich glaube, es kommt vor, dass Menschen, die eine betriebliche Ausbildung absolviert haben, sich der akademischen Welt gegenüber unterlegen und ausgegrenzt fühlen. Von daher kommt es nicht selten vor, dass die Nicht-Akademiker große Probleme mit Akademikern haben und diese auch gerne bei jeder Gelegenheit dissen, um ihre gefühlt unterlegene Position zu verlassen.“

„Was ist die Ursache und was die Wirkung? Absolventen einer betrieblichen Ausbildung fühlen sich durch Akademiker ausgegrenzt, die Ihren Akademikerdünkel vor sich hertragen.“

„Das Problem sind die ganzen Akademiker, die denken, dass sie etwas besseres seien.“

„Ich glaube, das Problem zwischen Laboranten und Chemikern liegt in Ihren anerzogenen Denkweisen. Laboranten werden in der Industrie groß; es interessiert dort nicht, warum etwas nicht funktioniert wie es soll oder warum es funktioniert – salopp gesagt: „hauptsache es läuft, wie es laufen sollte“ – das ist ein sehr praktischer und pragmatischer Ansatz. Chemiker dagegen werden da „aufgezogen“, wo man nach den Ursachen sucht, daher sind sie in der Regel sehr theoretische Denker. Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile, aber die Ironie an den „Konflikten“ zwischen Laboranten und Chemikern ist folgender: Es braucht beide, damit das Unternehmen läuft, nicht den einen mehr und den anderen weniger. Wenn alle Beteiligten dies internalisieren würden, dann würde so vieles so viel leichter werden.“

„Abschätziges Verhalten habe ich viel eher unter Nicht-Akademikern erlebt, als unter Akademikern. Das geht schon los, wenn vom faulen Studenten und vom nichtsnutzigen Abiturienten geredet wird, der dem Steuerzahler auf der Tasche liegt. Jedes Studium ist auf eine 40h-Woche angelegt und wer faul ist, schafft entweder das Studium nicht oder ist hochbegabt und packt es trotzdem. Auch wird regelmäßig unterstellt, dass ein Akademiker nicht mal einen Nagel einschlagen könne. Das Gegenargument, der Facharbeiter könne keine gewöhnlichen Differentialgleichungen lösen, habe ich noch nie gehört. Regelmäßig wird die Arbeit von Akademikern genaustens durch den Nichtstudierten überwacht, um beim kleinsten Fehler die Klischees zu bedienen. Auch das kenne ich umgekehrt nicht.“

….

Zum Thema Konkurenz zwischen Bachelorstudenten und Laboranten habe ich übrigens diese Ausage gefunden: „“Der Bachelor, der grundständig von der Uni kommt, ist für uns kein Thema“ – Diese Aussage einer Personalbetreuerin steht stellvertretend für die verbreitete Einschätzung der befragten Expertinnen und Experten.“

Halten wir doch einfach fest, dass wir alle ein bisschen mehr Respekt, Freundlichkeit und Zurückhaltung im Umgang mit unseren Mitmenschen pflegen sollten… Es könnte doch so einfach sein.

[… Hier fehlen noch Inhalte …]