Sicherheit als Laborpraxis

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[…] Sicherheit im Laborpraktikum

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Geräte und Sicherheitseinrichtungen

Kühlfallen

Kühlfallen sollen Ölpumpen vor dem Eindringen von Lösemitteldämpfen schützen. Sie werden mit flüssigem Stickstoff gekühlt. Das Problem ist, dass Sauerstoff mit -183°C einen deutlich höheren Siedepunkt hat als Stickstoff mit -210°C. In verflüssigten Stickstoff, der sich naturgemäß immer an seiner Siedetemperatur befindet, kann also Sauerstoff kondensieren und sich beim Abdampfen immer mehr anreichern. Verflüssigter Sauerstoff ist trotz seiner niedrigen Temperatur wegen der hohen Konzentration ein starkes Oxidationsmittel. Noch gefährlicher wird es, wenn durch eine betriebsfertige Kühlfalle mit der Pumpe Luft hindurch gezogen wird, weil dann Sauerstoff in der Kühlfalle kondensieren kann und mit dort – planmäßig – zurück-gehaltenen organischen Dämpfen ein explosives Gemisch entwickeln kann.

  • Decke Behälter mit flüssigem Stickstoff ab! Ist „die Öffnung nach draußen“ klein, resultiert daraus im Bereich der Öffnung eine gewisse Gasgeschwindigkeit des verdampfenden Stickstoffs, die ein Eindringen von Luft verhindert. Zapfen Sie nur einen Tagesbedarf und vernichten Sie Reste durch Ausschütten.
  • Achte darauf, keine Luft durch eine Kühlfalle zu saugen. Entferne nach dem Belüften das Dewargefäß und lass die Kühlfalle auftauen.
  • Gebrauchte Kühlfallen müssen geleert, ggfls. gereinigt und getrocknet werden!

Gefährdungen durch Chemikalien

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Explosionen

Explosivstoffe sind als Gefahrgut nach dem ADR in die Gefahrgutklasse 1 – Explosive Stoffe, mit den Unterklassen 1.1 bis 1.6 eingeordnet, mit der Gefahrnummer 3 oder 4. Für die Kennzeichnung als Gefahrstoff gelten für Explosionsgefährliche Stoffe das GHS-Symbol GHS01 und je nach spezieller Eigenschaft einer der folgenden H-Sätze:

  • H200 Instabil, explosiv.
  • H201 Explosiv, Gefahr der Massenexplosion.
  • H202 Explosiv; große Gefahr durch Splitter, Spreng- und Wurfstücke.
  • H203 Explosiv; Gefahr durch Feuer, Luftdruck oder Splitter, Spreng- und Wurfstücke.
  • H204 Gefahr durch Feuer oder Splitter, Spreng- und Wurfstücke.
  • H240 Erwärmung kann Explosion verursachen.
  • H241 Erwärmung kann Brand oder Explosion verursachen.

In den Grundpraktika werden generell keine explosionsgefährlichen Chemikalien verwendet. Lediglich ein paar Startreagenzien für radikalische Substitutionsreaktionen (organisch-chemisches Grundpraktikum) sind im trockenen Zustand explosionsgefährlich.

Damit einem Grundpraktikanten bzw. einer Grundpraktikantin nicht das Schnappdeckelgläschen oder gar die Apparatur um die Ohren fliegt werden diese Chemikalien teilweise (z. B.) mit Wasser angefeuchtet (man sagt „phlegmatisiert“) abgegeben. So stellen sie keine Gefahr dar.

Explosionen durch explosionsfähige Chemikalien sind im Labor eher selten. Eine Ausnahme sind aber Peroxide, die sich in Ethern (Diethylether, Tetrahydrofuran, Dioxan, …) beim Stehen lassen bilden oder bei der falschen Verwendung von Ölpumpen mit Kühlfalle, […]. Die Bildung von Peroxiden wird durch Licht und durch Metallspuren katalysiert. Vor allem nach längerem Erhitzen (z.B. Extraktion mit Ether) ist mit Peroxiden zu rechnen. Die Peroxide reichern sich dann z. B. beim Abdestillieren im Sumpf an und können dort explodieren. Selbst beim Abziehen von Ether am Rotationsverdampfer sind unter Umständen Explosionen möglich.

Der Peroxidgehalt lässt sich mit einer frisch bereiteten Lösung von Kaliumiodid in Eisessig oder mit spez. Teststreifen nachweisen!

Peroxide lassen sich mit geeigneten Reduktionsmitteln (z.B. Eisen(II)-sulfat für Diethylether) oder Adsorptionsmitteln (Filtration durch Aluminiumoxid) entfernen.

Achtung:

  • Organische Lösungsmittel sind niemals mit einem Oxidationsmittel (und einer Säure) zu mischen!
    • *Beliebige Säure*, Wasserstoffperoxid-Lösung und Aceton erzeugen das hochexplosive Acetonperoxid.
    • Salpetersäure mit Diethylether erzeugt ebenfalls sofort ein hochexplosives Gemisch.
  • Es ist auf korrekte Entsorgung zu achten! Organische Abfälle werden getrennt vom anorganischen Abfall entsorgt! Peroxide werden vor der Entsorgung durch Reaktion mit z. B. Eisen(II)-sulfat oder MnO2 unschädlich gemacht.
  • Halogenkohlenwasserstoffe können explosionsartig mit Natrium reagieren. Bringe die beiden Stoffe daher niemals in Kontakt! (Trockne Lösungsmittel niemals auf eigene Faust, sondern stets nach einer Vorschrift!) Ähnlich heftig kann die Reaktion der Halogenkohlenwasserstoffe mit Aluminium sein. Fülle diese Substanzen daher niemals in Aluminiumgefäße ein!
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Entsorgung

Entsorgung von Chemikalien

Die Hinweise zur Entsorgung von Chemikalien wurden in einen anderen Beitrag ausgelagert – folge dafür einfach dem Link.

Entsorgung von Glasabfällen

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Laborglas

Sauberes Laborglas ist ein temperaturbeständiges, hochschmelzendes Glas. Die meisten Glasgeräte bestehen aus diesem Glas (Ausnahme ist zum Beispiel der Exsikkator). Es ist nicht zusammen mit den Flaschengläsern recycelbar und darf daher nicht in den Abfalltonnen der Stadtreinigung entsorgt werden!

Verunreinigtes Laborglas ist nach Möglichkeit zu reinigen; ist dies nicht möglich erfolgt die Entsorgung über den Feststoffabfall.

Entsorgung von Kanülen

Kanülen bergen eine hohe Verletzungsgefahr und müssen deshalb in den in jedem Labor ausstehenden durchstichfesten Sammelgefäßen entsorgt werden. Gebrauchte Spritzen können als Betriebsmittelabfall entsorgt werden

Erste Hilfe

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Erste Hilfe bei Hautkontakt

Egal, was Du irgendwo und -wann gelesen hast: Spüle SOFORT zuerst mit viel Wasser – und zwar sofort und ohne nachzudenken. Bei – noch – unverletzter Haut benutze zusätzlich Seife!

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Ist die Verbindung mit der Hautkontakt bestand schlecht wasserlöslich oder gar unlöslich in Wasser wird nach dem Abwaschen und abtrocknen Polyethylenglycol (PEG 400) aufgetupft. PEG dringt selbst nicht in die Haut ein und kann viele organische Stoffe lösen, es ist deshalb besonders gut zur Rückresorption dieser Stoffe geeignet. Und wenn wir von abtupfen schreiben, dann meinen wir auch tupfen und nicht gießen, umspülen o. ä. – nimm Dir etwas Zellstoff oder ein neuwertiges Baumwolltuch und nimm damit etwas PEG 400 auf.

Nie, niemals nimmst Du ein anderes organisches Lösungsmittel um einen wasserunlöslichen Giftstoff von der Haut zu entfernen, da diese oft die Haut durchdringen können und dabei den Giftstoff mitnehmen (Carriereffekt).

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Erste Hilfe bei Augenkontakt

Den Weg zur nächsten Augendusche solltest Du blind finden – denn im Zweifel musst Du das auch! Jeder Sekundenbruchteil zählt! Spüle sofort und reichlich mit Wasser! Ein Helfer sollte beim Aufhalten des Augenlides unterstützen! Das Auge ist während des Spülens in alle Richtungen zu bewegen! Du solltest mindestens 10 Minuten spülen! Das wird nicht angenehm, ist aber besser, als zu erblinden!

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Wenn ein Notartzt gerufen werden muss: Gib bereits bei der Alarmierung an, dass es sich um eine Augenverletzung handelt! Das bewirkt, dass in diesem Fall geeignetes Fachpersonal auf dem Rettungswagen mitfährt. Das Spülen wird in diesem Fall bis zum Eintreffen des Notarztes fortgesetzt.

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Kann man schon machen, aber dann ist man halt der Idiot, der aus dem Praktikum geworfen wird.