Laborpraxis: Die Grundlagen

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Das Labor ist für viele zunächst ein unbekannter Ort, eine neue Welt. Studierende der naturwissenschaftlichen Fächer müssen erfolgreich im Labor arbeiten können und dazu sind besondere praktische und theoretische Basiskompetenzen unerlässlich, allerdings sehen sie sich in der nicht unbedingt ermunternden Ausgangslage, dass ihnen wesentliche methodische bzw. labortechnische Basiskompetenzen fehlen. Das ist nicht ihre Schuld und dennoch erschwert das die Bewältigung des Laboralltags unnötig und nachhaltig.

Es betrifft unter anderem die korrekte Handhabung von Pipetten und anderer Hilfsmittel der Volumetrie, ebenso wie den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen oder die standardisierte Verwendung von Maßen und Messeinheiten.

Ein paar grundsätzliche Hinweise, wie man den Laboralltag überlebt…

Nun aber erstmal zum Grundsätzlichen:

Chemikalien sind im Allgemeinen immer als giftig und gefährlich zu betrachten. Eine sichere Handhabung ist somit nur möglich, wenn die Eigenschaften der betreffenden Substanzen bekannt sind, das heißt, dass Du Dich vor der Aufnahme einer praktischen Arbeit zunächst einmal mit den Chemikalien befassen musst. Wichtige Punkte sind zum Beispiel:

  • Aggregatzustand und relevante physikalische Daten wie Siedepunkt, Flüchtigkeit, Dichte, …
  • Toxikologische Eigenschaften – das heißt: Wie wirkt die Chemikalie wann wie stark toxisch?
  • Wie empfindlich sind die Chemikalien gegen Hitze, Licht, Stoß, andere Chemikalien, Luft und Wasser, …
  • Sicherheitsmaßnahmen

All diese Informationen finden sich in einem Sicherheitsdatenblatt (SDB; auf englisch Material Safety Data Sheet, MSDS) welches für alle gehandelten Chemikalien vorliegt (REACH-Verordnung).

Man kann Sicherheitsdatenblätter z. B. im Internet unter der Website des Herstellers oder des Verkäufers finden.

Andere Anlaufstellen für die Recherche solcher Informationen wären z. B. die GESTIS-Stoffdatenbank oder die ECHA.

Mit Chemikalien verunreinigte Glasgeräte müssen frei von Chemikalien und organischen Lösemitteln sein, bevor sie gewaschen werden.

Das Waschbecken darf unter keinen Umständen als Ausguss für Chemikalien verwendet werden.

Die Reinigung erfolgt in den Laborpraktika (und auch in der weit entfernten Promotion) an der Universität meist von Hand.

Lösemittelfeuchtes Geschirr darf wegen der Explosionsgefahr nicht in beheizten Trockenschränken getrocknet werden.

Mit diesem Wort macht man sich keine Freunde, …

Allerdings muss sichergestellt werden, dass Arbeitsplätze frei von Kontamination durch Chemikalien gehalten werden.

Wir sind im Labor, nicht in Deiner WG-Küche, die schonmal als Biowaffenexperiment durchgehen könnte.

Eine nicht kontaminierte Arbeitsumgebung bedeutet für alle ein entspannteres und sicheres Leben, daher sollstest Du…

  • Deinen Arbeitsplatz regelmäßig reinigen,
  • keine Nahrungsmittel in den Laborbereichen lagern oder verzehren,
  • regelmässig Deine Hände waschen (ja, so richtig mit Hautreinigungs- und Hautpflegemitteln),
  • Deine Arbeits- und Straßenkleidung getrennt voneinander aufbewahren und Deine Arbeitskleidung regelmäßig reinigen oder ersetzen.

Erst einmal das Grundsätzliche:

  • Abfallchemikalien sollten nach Möglichkeit im Labor direkt unschädlich gemacht werden, d. h. starke Säuren- und Basenlösungen müssen neutralisiert werden, Oxidationsmittel müssen reduziert werden, …
  • Abfallchemikalien dürfen nicht willkürlich gemischt werden.
  • Abfälle müssen korrekt beschriftet werden. Unkorrekt oder unzureichend beschriftete Abfälle sind eine Gefahr für alle.
  • Abfälle dürfen, außer an gekennzeichneten Örtlichkeiten, nicht gelagert werden.
  • Ein Vermischen gefährlicher Abfälle mit anderen Abfällen (beispielsweise Chemikalien im Hauskehricht) ist strafbar!

….

Weiterer Punkt…