Lehren in Zeiten von COVID-19

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[Dieser Artikel befindet sich im Aufbau – zuletzt aktualisiert: 26.03.2020 – 10:50 Uhr – derzeit in der 52. Überarbeitung – zuletzt bearbeitet: Software und Dienste ergänzt, Übersichtsarbeiten über den Umgang der Hochschulen und Student*innenschaften mit dem Corona-Virus verlinkt.]

Innerhalb kürzester Zeit wurde unser aller Leben auf den Kopf gestellt – COVID-19 hat sich auf der ganzen Welt verbreitet. Als Schutzmaßnahme sind unter anderem Veranstaltungsorte, Gast- und Sportstätten, … aber auch die Universitäten Deutschlands derzeit geschlossen. Am 22.03.2020 wurden zudem Treffen von mehr als zwei Personen, die nicht in einem Haushalt leben oder kein Familienverhältnis ersten Grades verbindet, verboten.

Schon seit mindestens 30 Jahren wird davon gesprochen, mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien das Lernen und Lehren zu verbessern. Die Gemeinsamkeit der meisten Umsetzungsversuche bestand darin, dass sie die hochgesteckten Erwartungen – Lernen wird effizienter und effektiver – nicht erfüllen konnten. Und so stehen wir heute vor dem Problem, dass wir uns inmitten einer Pandemie befinden und die Lehre nicht wirklich fortgeführt werden kann.

Es gilt also, zu improvisieren und am Ende vielleicht auch etwas über die Digitalisierung der Lehre für die Zukunft zu lernen.

Im folgenden Artikel möchten wir Dir, ob nun lernend oder lehrend, ein paar Tipps mitgeben und Möglichkeiten zeigen, mit dieser neuen Situation (vernünftig) umzugehen.

Trotz COVID-19-Pandemie lehren

Während im Kontext von COVID-19 Großveranstaltungen abgesagt werden, zeichnen sich auch erste Auswirkungen auf die Hochschullehre ab: Konferenzen werden abgesagt und viele Lehrende bereiten sich darauf vor, ihre Lehrveranstaltungen nicht wie gewohnt im Hörsaal, sondern von nun an online anzubieten. In den letzten Tagen haben viele Lehrende Tipps, Tricks und Hinweise geteilt. Einige davon möchten wir hier kurz darstellen und Euch dann einen möglichst umfassenden Überblick über die Möglichkeiten liefern, die Lehre in Zeiten der COVID-19 Pandemie aufrechtzuerhalten. Dabei muss ein besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, dass Lernen nicht einfach bloß digital zu verwalten, sondern digital zu lehren.

Brave New World

Eines ist sicher: Lehrende und Lernende werden sich umstellen und umgewöhnen müssen, wenn es noch eine Chance geben soll, dass dieses Semester stattfindet. Und es wird sehr viel Kraft und Geduld auf allen Seiten erfordern.

  • Wir möchten an dieser Stelle noch jede lehrende Person bitten, auf die persönlichen Situationen der Lernenden Rücksicht zu nehmen. Vielleicht wollen sie am Kurs teilnehmen, benötigen aber etwas mehr Zeit für die Übungsaufgaben o. ä., weil sie die verwendete Technik noch nicht ganz verstehen, Übungsaufgaben nicht gescannt werden können, weil kein Scanner zur Verfügung steht, sie gerade nicht wissen, wie sie ihr Studium finanzieren sollen, weil ihr Job weggebrochen ist und so weiter.

Online Lernen ist nicht immer effizienter und die Didaktikkonzepte sind nicht direkt vom Hörsaal auf Online-Lösungen übertragbar; gerade am Anfang, wenn man noch nicht viel Erfahrung mit Online-Lernformaten hat, wird es zunächst ungewohnt langsam vorangehen. Lehrende müssen sich darauf vorbereiten, dass Dinge schief gehen werden. Sie müssen improvisieren. Eingehende Fragen werden sie im Zweifel sehr viel schneller beantworten müssen, als sie es vielleicht bisher gewohnt waren.

Aktueller Stand

Der freie Zusammenschluss von Student*innenschaften (fzs) erstellt aktuell Übersichtstabellen über den Umgang der Hochschulen, bzw. den Umgang der Student*innenschaften mit dem Corona-Virus.

Lernplattformen: Learning Management Systems

In der Eile, Kursinhalte online zu stellen, könnten Lehrende versucht sein, die Plattform zu nutzen, die ihnen am bequemsten erscheint. Macht dies jeder, führt das irgendwann zu Skalierungsproblemen und letztendlich auch zu unverhältnismäßigem Aufwand und großer Verwirrung bei den Studierenden.

Am besten ist es also vielleicht, zunächst das Learning Management System (LMS), bei all seinen Schwächen und Formalisierungen, als zentralen Knotenpunkt zu nutzen, an dem alle wichtige Informationen rund um die Organisation eines Online-Angebots ausgetauscht werden. Wenn einem die Benutzung noch nicht ganz vertraut ist, sollte man sich zunächst ein paar Tage Zeit nehmen, das Schulungsmaterial zum LMS durchzugehen. So gibt es aus aktuellem Anlass einige Didaktik-Tipps und generelle Empfehlungen zum Einsatz von OpenOLAT sowie einige Videotutorials von der Firma Frentix (OpenOLAT-Entwickler).

Hinweis für die CAU Kiel: Seit dem vorletzten Update verfügt OpenOLAT über ein entsprechendes Element: den „Adobe-Connect“ – Baustein. Teilnehmer/innen können sich online von überall her und zu jeder Zeit zusammenschalten, per Video sehen und hören, auf Whiteboards miteinander arbeiten, just-in-time-Umfragen durchführen und vieles mehr. Teilnehmer/innen müssen dazu keine spezielle Software auf ihren Rechnern installieren, da dieser Baustein auf eine vorhandene Adobe-Connect-Instanz der DFG/ des DFN zurückgreift.
Aktuell (Stand: 24.03.2020) funktioniert Adobe Connect aufgrund der DFN-Serverkapazitäten zu Stoßzeiten kaum. Die Universität arbeitet daran.

Ist einem das Material nicht verständlich, besteht kein geeignetes LMS oder kommt es zu anderen Problemen, gilt es, Beratung an der eigenen Uni zu suchen. Das schließt den Support, andere Institute und (!) Studierende mit ein, aber auch Netzwerke und Einrichtungen jenseits der eigenen Uni. Das Hochschulforum Digitalisierung ist eine gute Anlaufstelle, ebenso der #TwitterCampus.

Soll das vorhandene LMS genutzt werden, sollte die Kursstruktur innerhalb einer Sektion, besser einer Fakultät, unbedingt konsistent gestaltet werden. Die Ausgestaltung der Kurse muss daher vorher gründlich kommuniziert bzw. besprochen werden. Zudem muss dann sichergestellt werden, dass alle Lehrpläne, Kursmaterialien und Links, die die Studierenden benötigen, am gleichen Ort innerhalb des Kurses gefunden werden können sowie logisch und zusammenhängend organisiert sind.

Zum ersten Mal online zu unterrichten kann beängstigend sein, vor allem wenn wenig Zeit für die Vorbereitung bleibt. Die Vorstellung, dass hochwertiges (und asynchrones) Material einfach und schnell erstellt werden kann, ist nicht im geringsten realistisch. Wie (später im Artikel) noch erwähnt werden soll, könnte auch grade die Erstellung hochwertigen Materials Ziel des Kurses sein. Denn beim Erstellungsprozess muss sehr viel recherchiert, durchdacht, besprochen, verstanden, verworfen und neu geschrieben werden, bis es eine ausgereifte Form erreicht hat. 

Online-Vorlesungen und Videos

Für den Anfang sind Live-Videositzungen der einfachste und logischste Ausgangspunkt. Diese können dann mit Literatur, Aufgaben, Forenfunktionen und anderen asynchronen Inhalten ergänzt werden. Beim nächsten Mal lässt sich dann ein Stückchen mehr auf asynchrone Inhalte setzen usw.

Dabei kann eine Live-Videositzung unter anderem als Vorlesung oder als Webinar geplant werden.

„The key here is to not let “production” stand in the way of continuity.“

Es gilt aber auch, lange Live-Vorlesungen zu vermeiden. Das ist online umso wichtiger und sollte in vielen Fällen auch im Hörsaal schon in Frage gestellt werden. Denn: 

„Effective human attention span last for 10 to 15 minutes at any given time (Benjamin, 2002; Davis, 1993; Goss Lucas and Bernstein, 2005; Wankat, 2002). For that reason, long lecture duration is not the best in terms of transmission and retention of knowledge […] some researchers have laudably stated that it lasts for a maximum of 20 minutes in every hour (Sikora, 2013; Sousa, 1998). Therefore, the human attention capacity cannot be stretched beyond its natural tendencies.“

– Eze und Misava, 2017

Hierzu auch passend: AG VIKTAS der DINI e.V.: Empfehlungen zur Durchführung von Videokonferenzen

Lehrende können für den Einstieg in den asynchronen Unterricht daher zum Beispiel fünf- bis achtminütige Videos erstellen und an die Studierenden senden. Diese Minivideos sollten sich in ihren Schwerpunkten auf Schlüsselkonzepte und -themen konzentrieren. Die Videos können dann zum Beispiel als private Videos über YouTube geteilt werden, sodass nur die Studierenden diese aufrufen können.

  • Beim Hochladen eines Videos auf YouTube muss das Video im letzten Schritt auf „nicht gelistet“ gestellt werden, damit es nur über den geteilten Link abrufbar ist. Wenn ein Video auf „privat“ gestellt wurde, kann es nur anschauen, wer als Betreuer in dem Kanal eingeloggt ist.
    • YouTube gehört außerdem zu Google, daher ist die rechtliche Situation etwas fragwürdig bzw. noch nicht ausreichend geklärt.
  • Alternativ können Videos auch auf den Websites der Institute veröffentlicht werden oder über einen (eigenen) Cloud-Dienst geteilt werden.

Anschließend können sich hinzugefügte Aufgaben darauf konzentrieren, die vorgestellten Schlüsselkonzepte schrittweise zu erweitern. 

Aber auch solche Minivideos sind nicht „einfach so“ gemacht. Selbst, wenn man bereits die Technik beherrscht, weiß, wie man ein Skript schreibt, Ton und Bild editiert und das Thema bereits verinnerlicht hat, wartet für ein gutes fünfminütiges Tafel-Video noch mindestens eine Stunde Arbeit auf einen. 

  • Screen-Capture-Videos können z. B. mit der Software Camtasia oder Explain Everything (letztere ist gleichzeitig ein digitales Whiteboard) erstellt werden. Die Videothemen können die Schlüsselkonzepte des Lehrbuch-Kapitels und ausgewählte Übungsaufgaben beinhalten. Diese Videos können dann z. B. auf YouTube eingestellt werden; dazu sollten sie eine maximale Länge von 10 Minuten aufweisen.
  • Und …. ach ja: Ton geht vor. Nichts verbessert die Qualität eines Videos (und übrigens auch einer Videokonferenz) so sehr wie guter Ton. Ein gutes Mikrofon bzw. ein gutes Headset sind Gold wert, müssen aber nicht teuer sein (z. B. dieses: Rode Kondensatormikrofon). Schlechter Ton ist wesentlich schlimmer als ein schlechtes Bild.

Bei der Erstellung solcher Videos könnten zum Beispiel die Organisatoren der (audiovisuellen) Wissenschaftskommunikation eine Hilfe sein – sie haben häufig auch Kontakt zum Offenen Kanal, bei dem man sich entsprechende Technik leihen kann, oder kennen andere Quellen. Lehrende können und sollten sich aber auch an eLK-Medien und das PerLe Team Digitale Lehre wenden. Aber auch Studierende können eine große Hilfe sein. Einige von ihnen beherrschen vielleicht die Kameratechnik, wissen um Licht- und Tontechnik und vor allem -wirkung. Andere wiederum können das Video schneiden, rendern und so weiter.

  • Aktuell scheinen die meisten Systeme nicht für eine hohe Zahl an parallelen Nutzer*innen ausgelegt zu sein, daher solltest Du weitere/alternative Systeme einbinden. Auch hier könnte das LMS als zentraler Knotenpunkt verwendet werden:
    • Wo ist das Video X zu finden, wenn Dienst A überlastet ist? Gibt es einen Dienst B oder sogar C?
    • Wenn die Vorlesung X über Dienst A gestreamt wird, dieser aber unterbrochen wird, wo geht es wann und wie weiter?

Eine solch enge Zusammenarbeit kann bei vernünftiger Planung und Arbeitsteilung schnell zu guten Ergebnissen führen

Natürlich bleibt auch die gute alte E-Mail: Tannis Morgan hat hier aufgeschrieben wie ein ganzer Kurs nur über E-Mail organisiert werden kann. Wobei das nicht ganz stimmt, denn auch sie nutzt Cloud-Lösungen oder ein LMS in ihren Szenarien. 

Online finden sich aber auch andere Formen der Kollaboration und des Austauschs als Live-Vorlesungen. Das kann sich auch in Prüfungs- und Studienleistungen wiederfinden. 

Alternativen

Die aktuelle Lage lässt sich durch Improvisation gut meistern, wenn man sich auf die Arbeit in Netzwerken und auf die Zusammenarbeit in verschiedenen Settings mit Studierenden konzentriert. Und natürlich können diese im Folgenden vorgestellten Tools und Beispiele später auch in den regulären Lehralltag eingebaut werden. Einige Anwendungen listen wir im Folgenden auf und erklären sie kurz.

Hier gibt es aber auch noch eine Liste von Wikimedia mit Tools und Einordnung über Features, Ups und Downs – Zusammenstellung in Bezug auf abgesagte Wikimedia Summit 2020 in Berlin

Wie gute und produktive Kommunikation in einem „Online-Team“ funktionieren kann, haben wir in einem eigenen Artikel beschrieben.

Meetings, Konferenzen und Webinare

  • whereby: […]
  • Microsoft Teams: Microsoft Teams ist eine Plattform, die Chat, Besprechungen & Konferenzen, Notizen und Datei-Anhänge kombiniert. Der Dienst ist in die Office-365-Office-Suite integriert. Im Klassenzimmer-Modus können Aufgaben an die Teilnehmenden verteilt werden. Im Live-Modus sind Konferenzen mit 10.000 Teilnehmenden möglich. Für Bildungseinrichtungen ist die Online-Version von Office 365 inklusive MS Teams derzeit kostenlos nutzbar.
    • Microsoft teilte mit, die Premium Version von Teams sei ab sofort (Stand: 16.03.2020) für sechs Monate kostenlos verfügbar. Im Gegensatz zur Standardversion ist damit das Aufnehmen von Meetings möglich und es steht ein Terabyte Speicherplatz zur Verfügung.
  • Google Hangouts: […]
    • Alle Nutzer der G Suite und G Suite Education können jetzt (Stand: 16.03.2020) kostenlos Meetings mit bis zu 250 Personen abhalten, Videos für bis zu 100.000 Zuschauer live streamen sowie Meetings aufnehmen und in Google Drive speichern.
  • Skype: Der Klassiker.
  • Zoom: Zoom ist leicht zu bedienen und kann für ortsunabhängige Teambesprechungen und kurze Präsentationen als Webkonferenz genutzt werden. Bis zu 100 Personen können an den Video-/Audiokonferenz teilnehmen. In der Basisversion ist die Meetingdauer auf 40 Minuten begrenzt. Zoom ist etwa für Studierende & Lerngruppen ein gutes Tool, um kurze Online-Meetings durchzuführen.
  • Adobe Connect: Eine Konferenzlösung von Adobe für Online-Veranstaltungen jeder Art – von Meetings im kleinen Rahmen über virtuelle Klassenzimmer bis zu Webinaren mit Tausenden von Teilnehmern. Neben der Übertragung von Audio und Video kann auch der eigene Desktop für andere Teilnehmer angezeigt und es können Dateien für das Meeting hochgeladen werden.
  • HackMD: Team Workspace – Kollaborationstool mit Features wie Buch, Folien, Notizen und Text Editor
  • Padlet: Workspace mit Fokus auf ansprechendes Design
  • Slack: „Searchable Log of All Conversation and Knowledge“ – Chatbasierte Kommunikation innerhalb von Arbeitsgruppen & zum Austausch von Dateien 
  • Riot: Chatbasierte Kommunikation mit Fokus auf Verschlüsselung
  • Discord: Kommunikationstool aus der Gaming-Szene, für Chats und Video-Austausch auch an Hochschulen im Einsatz
  • Webex Teams: Eine Anwendung von Cisco für die kontinuierliche Zusammenarbeit im Team mit Video-Meetings, Gruppennachrichten, Dateifreigabe und Whiteboard-Funktionen. Zum Dokumentenmanagement können unter anderem Google Drive und Trello eingebunden werden – insgesammt gibt es zahlreiche Apps für unterschiedlichste Aufgaben.
  • GoToMeeting: […]

Kursmanagementsysteme und Lernplattformen

  • Moodle: Lernplattform und freies objektorientiertes Kursmanagementsystem. Viele Zusatzmodule verfügbar – Kommunikationsmodule, wie Chat, Forum und Messenger, Testmodule zur Abfrage der Lernerfolge durch z. B. Multiple-Choice-Fragen, … weiterhin beinhaltet Moodle auch eine Wikifunktion. Blogs können im System direkt betrieben werden.
    • Voraussetzung für die Installation sind PHP und eine Datenbank, z. B. MySQL
    • Kritik besteht am (mangelnden) Datenschutz und der Möglichkeit, die Studierenden zu überwachen.
  • Blackboard Collaborate: Ein einfaches, bequemes und zuverlässiges virtuelles Klassenzimmer. Es ermöglicht den Dozenten, sich mit den Studierenden z. B. in Videokonferenzen auszutauschen, aber auch Dateien zu teilen und Diskussionen zu erstellen. Die maximale Anzahl der Teilnehmer für eine Sitzung beträgt 25 mit bis zu 400 Benutzern in einem Chat. Die Sitzungen können auch aufgezeichnet werden.
  • WizIQ: Virtuelles Klassenzimmer und LMS.

Wissen abfragen

  • mentimeter: Abfragen, Live-Abstimmungen, Quizze und andere Echtzeit-Eingaben für Teams und Online-Lernenden

Whiteboards und Tools für kollaboratives Arbeiten

  • scribblar: Online Whiteboard für den Unterricht bzw. die Vorlesung. Laut eigenen Angaben von diversen Universitäten in Gebrauch – unter anderem: Havard und Cambridge aber auch die deutsche TUM.
  • OpenBoard: Freie Software für interaktive Whiteboards. […]
  • WebWhiteboard: […]
  • IDroo: Online Whiteboards für die Lehre. […]
  • Explain Everything: Digitales Whiteboard mit Screen-Capture-Funktion. […]
  • Overleaf: Kollaboratives Arbeiten an LaTeX-Dokumenten. Könnte zum Beispiel genutzt werden, um zusammen an Lehrmitteln zu arbeiten. Overleaf bietet auch eine Reihe von Templates.
  • Google Docs: Kollaboratives Arbeiten an Word-, PowerPoint- und Excel-Dokumenten. Könnte ebenfalls genutzt werden, um kollaborativ an Lehrmitteln zu arbeiten. Dabei könnten sich rotierende Arbeitsgruppen von Studierenden entwickeln, die wöchentlich tauschen: Eine Recherchegruppe, eine Übersetzungsgruppe, eine Schreib-/Lektoratsgruppe, eine Reviewgruppe,…
    • Solche Projekte könnten zu bearbeitende Aufgaben teilweise ersetzen, versetzen die Studierenden in die Rolle des Machers und erzeugen unter guter Leitung durch den Dozenten gute Lernmaterialien. Diese sollten dann selbstverständlich unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht werden.
  • padlet: Inhalte, Ideen und Konzepte clustern und strukturieren.
  • Trello: Projektorganisation
  • Etherpad – webbasierter Texteditor zur kollaborativen Bearbeitung von Texten (OpenSource)
  • Sciflow – kollaboratives Schreiben, Verbessern und Formatieren wissenschaftlicher Texte
  • Microsoft Teams: Videokonferenz in Kombination mit kollaborativem Arbeiten in MS Office Dokumenten oder einem digitalen Whiteboard…

Audiosoftware

  • Audacity: Kostenlose Audiosoftware für alle gängigen Betriebssysteme. […]

Fernzugriff und -support, AR

  • Team Viewer: Fernzugriff und -support, Screen Sharing. (Kreativ umgenutzt für Workshop) – Gibt es auch in einer AR-Version.

Annotieren

Diskussionen

Neben den Diskussionsfunktionen in der bereits genannten Software bzw. den genannten Plattformen könnten natürlich auch noch andere Programme und Plattformen genutzt werden:

  • Social-Media-Gruppen: Facebook, LinkedIn, …
  • Instant-Messaging-Gruppen: Whatsapp / Telegram / … – Eine Gruppe erstellen und die Desktopapplikation benutzen. Für kurze Fragestunden geeignet.

„[…] the best teachers always do – improvise, change up on the fly when things change.“

Alan Levine @cogdog

Zusammen statt allein

Ganz besonders gilt es, die eigenen Schwächen zu identifizieren. Denn:

Recognize that you are now in a new environment. You’ll find yourself wanting to replicate your face-to-face course. That’s a losing battle. You have neither the time, and if you’ve never taught online, neither the expertise to do that. And that’s OK. Let me reassure you once again. It’s OK that you aren’t an online learning expert. It’s OK that your new course isn’t dealing with the intricacies of everything that you planned but are now unable to do. [So] reach out to colleagues on your campus who have either taught online or whose job is to help others teach online. You probably have an office on campus that’s called The Center for Teaching and Learning or The Center for Teaching Excellence or something similar. There’s people with expertise there, and they can help. But do keep in mind that those colleagues also probably already overwhelmed, so be patient.

George Veletsianos

Diese Ausnahmesituation ist auch eine Chance für eine engere Zusammenarbeit von Instituten untereinander aber auch von Dozenten und Studierenden. Vielleicht finden sich auch Studierende, die bei der Administration helfen können, Grafikdesign beherrschen oder das Lektorat übernehmen können. Natürlich sollte dieser Einsatz entlohnt oder in geeigneter Weise honoriert werden.

Und wie immer gilt: Don’t Panic – und unter diesen Umständen das Beste rausholen: Das Internet lebt von Versionierung, von „better done than perfect“ (auch wir folgen diesem Beispiel :-D), von Verlinkungen, Tests und Feedback. Gute Online-Lehre bezieht das ein.

Bei allem, was man den Studierenden mitgibt, gilt es, insbesondere am Beginn auf den Workload der Studierenden zu achten. Das ist besonders wichtig, da die Studierenden sich eingewöhnen müssen, für bestimmte Tätigkeiten länger brauchen werden und sich überhaupt zunächst organisieren müssen. Das kostet Zeit und Nerven.

Beispiele

  • Digital Studies 101 von Jesse Stommel illustriert Vieles: er nutzt eine Blog-Struktur, spricht die Studierenden weniger förmlich an als viele es von Webinaren und Online-Kursen kennen und beweist so auch direkt: ein schlichter Transfer von Hörsaal-Lehrformaten zu digitalen Formaten ist nicht empfehlenswert. Die Art der Interaktion, der Arbeit in Gruppen, der Ansprache und vieles andere sollte gründlich überdacht und für den digitalen Raum ausgelegt sein. Daher unser Tipp: Zunächst mit Live-Videositzungen beginnen.
  • Ilka Nagel hat bei der HFD Summer School einen Workshop zu Videofeedback in der Lehre gegeben, dieser zeigt eindrücklich, dass das menschliche Element von Feedback und Lehre im digitalen Raum nicht vernachlässigt werden darf.

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Lehre online - Vorlesungen, Seminare und Übungen digitalisieren.
Foto von Helloquence, veröffentlicht auf Unsplash

Kurzfristige Planung und Umsetzung

Einige wichtige Punkte, die bei der (kurzfristigen) Umsetzung von E-Learning wichtig sind:

  • Alles, was schnell von Angesicht zu Angesicht besprochen werden könnte, benötigt online viel mehr Zeit, insbesondere bei kollaborativem Arbeiten.
  • In Diskussionsforen sind in der Regel schüchterne Studierende aktiver in der Mitarbeit.
  • Dinge, die Du für offensichtlich hältst, sind es nicht unbedingt für andere.
  • Wenn etwas falsch interpretiert werden kann, dann wird es das auch.
    • Wenn Du also Dinge von kritischen Lesern überprüfen lassen kannst, tu das auch. Wenn nicht, füge – klug strukturiert – einige Erklärungen hinzu.
    • Bereite Dich auf Nachfragen vor.
  • Eine distanzierte, unnahbare Atmosphäre mag im Hörsaal für den einen oder anderen akzeptabel wirken, aber online potenziert sich dieser Eindruck unter Umständen. Sei freundlich und verständnisvoll!
  • „Lesen Sie dies und sehen Sie sich dann das an“ – funktioniert nicht.
  • Fördere Interaktion in Diskussionsgruppen/-foren und mische mit.
  • Die Kursteilnehmer sollten sich im echten Leben kennen, wenn nicht, sorge dafür.
  • Versuche nicht, die Vorlesung einfach online zu wiederholen, sondern denke darüber nach, was Dir das neue Medium bieten könnte: Diskussionsforen, Chats, Whiteboards oder kollaborative Office-Tools.
  • Wenn diese unmittelbare Krise vorbei ist: Nimm Dir ein wenig Zeit zum Überlegen, welche Ressourcen Du fest integrieren könntest, denke darüber nach, was gut lief und was verbesserungswürdig ist.

[…]

Rund ums LMS

  • Wenn Du ein LMS nutzen willst, erstelle eine Kursseite und verschaffe Dir am besten einen kurzen Überblick, indem Du in ein paar Tutorials schaust oder beim Support nachfragst.
  • Lade immer alle (!) von den Studierenden benötigten Literaturstellen hoch.
    • Da die Bibliotheken nicht zur Verfügung stehen, ist es wichtig, allen Studierenden den Zugang zur benötigten Literatur zu geben.
    • Material, das nicht als PDF verfügbar ist, sollte gescannt und durchsuchbar gemacht werden. Auch hierbei könnten (freiwillig) helfende Studierende helfen.
  • Erstelle einen Diskussionsbereich, in dem die Studierenden Fragen stellen können und beantworte diese in regelmäßigen Abständen.
  • Wichtig ist außerdem, Kommunikationsregeln festzulegen – dabei gilt es unter anderem, folgende Punkte und Fragen zu beachten:
    • Es sollte eine Netiquette festgelegt werden.
    • An wen können wie und wann Fragen geschickt werden?
    • Wie schnell soll auf Fragen oder Diskussionsbeiträge geantwortet werden?
    • Wer ist wie bei dringenden Fragen und Problemen zu erreichen?

Weitere Anforderungen, mögliche Probleme und Lösungen für temporäres E-Teaching in Zeiten von Corona beschreiben Stephanie Moore und Charles B. Hodges auf Inside Higher Education: „So You Want to Temporarily Teach Online

[…]

Online-Vorlesungen planen und durchführen

Über die Planung

Einige wichtige Hinweise haben wir zu Beginn des Artikels bereits aufgeführt, weitere sollen an dieser Stelle folgen.

[…]

Über die Durchführung

Wenn das Vorlesungsformat (notgedrungen) – z. B. mit Zoom – in das Digitale übertragen werden soll – und generell bei allen Online-Meetings.

Einige wichtige Hinweise zur Vorbereitung:

  • Nimm Dir vorab die Zeit, Dich mit dem System vertraut zu machen. Bitte mach auf jeden Fall einen Testlauf und kontaktiere Deinen lokalen IT-Ansprechpartner, wenn irgendwas unklar ist.
  • Achte unbedingt auf den Hintergrund, der im Bildausschnitt zu sehen ist – dieser sollte möglichst neutral sein – entferne vertrauliche Informationen etc.
  • Bitte achte darauf, dass Du eine qualitativ hochwertige Kamera hast. Guter Ton ist aber wichtiger.
    • Teste Video und Ton bereits ausführlich im Testlauf – Achte hier vor allem auf genügend Licht und eine ruhige Umgebung.
      • Eine richtige Ausleuchtung verbessert auch die Videoqualität: Achte hier auf eine gleichmäßige und helle Ausleuchtung – die Lichtquelle sollte möglichst weiches und warmes Licht liefern – z. B. eine starke, warme LED auf die nächstgelegene (weiße) Wand oder die Decke richten – oder die Lampe mittels weißem Stoff vorsichtig abdecken (es gilt einen Hitzestau zu vermeiden). Eventuell kannst Du Dir auch professionelle Beleuchtung von einem Bekannten leihen.
  • Es sollten keine Türen im Bildausschnitt zu sehen sein, jemand könnte ohne Vorwarnung im Bild erscheinen – klebe eventuell ein Hinweisschild auf die geschlossenen Türen.

Weitere Tipps:

Einige Tipps für die Vorlesung bzw. das Meeting und generell für die Zusammenarbeit in Online-Teams haben wir in einem anderen Artikel beschrieben.

Ressourcen

Im Folgenden sammeln wir verschiedene existierende digitale Ressourcen […]

Organische Chemie

Reaktionsmechanismen

Apps
  • Die App MECHANISMS
    • Aufgrund der Covid-19-Pandemie ist die Premium-Version zurzeit kostenlos (mehr dazu auf der verlinkten Website)

Praktisches Arbeiten

(Weitere) Verweise

Lehre

Ressourcen von e-teaching.org:

Virtuelle PH

Die österreichische Virtuelle PH hat eine extrem umfangreiche Sammlung mit Tipps, How-Tos und Tools gesammelt, die in Zeiten der Corona-Krise extrem wertvoll sein können. Unter anderem:

Präsenzlehre in Form von Live Online-Treffen (Webinaren) abhalten:

Weiteren Tools für die Online-Lehre

Lernvideos

Hochschuldidaktik Online

Hochschuldidaktik Online hat auf die Schnelle einen Blogpost zum Thema verfasst, wie man schnell und einfach Lehrvideos erstellen kann. Eine sehr präzise und knapp gehaltene Step-by-Step-Anleitung zur Erstellung von Lehrvideos ohne viel Aufwand.

Lehrvideos produzieren

In seinem Blog erläutert Prof. Dr. Michael Kipp von der Hochschule Augsburg in einer sehr präzisen und kurzen Anleitung die Produktion von Lehrvideos. 

Lernen

On Campus: „Selbstlernkurse for free“

On Campus bietet in diesen Zeiten seine ganze Palette an Online-Selbstlernkursen für zwei Monate kostenlos an. Gib im Warenkorb einfach den Gutscheincode „ELEARNING“ ein.


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