Motivation

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Mit der Motivation im Studium ist das oft so eine Sache: Eigentlich möchtest Du ja studieren. Du willst etwas lernen und Dich begeistern lassen, aber im stressigen Tagesgeschäft an der Universität, dem Jobben, der Klausurvorbereitung und allen anderen Pflichten geht die Lust am Studium schnell verloren. Damit bist du nicht allein. Motivationsprobleme kennt wohl jeder von uns.

Was ist Motivation?

Hinter jeder persönlichen Motivation, etwas zu erreichen, steht ein Motiv. Ein Motiv ist ein leitender, richtungsgebender Bestimmungsgrund, der einen Menschen (also auch Dich!) zu einem bestimmten Verhalten motiviert. Hinter jedem Motiv steht ein Bedürfnis, das es zu befriedigen gilt. Ein Bedürfnis ist das Verlangen, einem Mangel Abhilfe zu schaffen. Daraus lässt sich ableiten, dass der Hauptzweck der Motivation darin liegt einen emotionalen/finanziellen/… Mangel auszugleichen. [a]

In den Neurowissenschaften wird Motivation als: „Triebkraft oder Energie für ein zielgerichtetes Verhalten“ definiert. Es gibt zwei unterschiedliche Motivationsfaktoren, die ein Handlungsmotiv aktivieren und die Handlungsbereitschaft auslösen. Dies sind die intrinsischen und extrinsischen Motivationsfaktoren. Die intrinsische Motivation beschreibt einen Handlungsimpuls (also ein Handlungsmotiv) aus uns selbst heraus. Die extrinsische Motivation dagegen legt ihren Fokus auf Belohnungen und Vorteile im Außen. [a]

Handlungsmotive entwickeln

Als Erstes musst Du wissen, dass deine Motivation von der Art der Aktivierung deiner Gefühle abhängt! Denn es ist ein enormer Unterschied, ob wir lernen wollen oder ob wir lernen müssen – ein intrisisches Handlungsmotiv ist immer ein stärkerer Motivator als ein extrinsisches.

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Die Liste mit „50 Lebensfragen, die wir uns in unserem Leben stellen sollten“ hilft Dir vielleicht ein starkes intrinsisches Motiv zu entwickeln. Einige Fragen aus dieser Liste: [c]

  • Was hat mich in der letzten Zeit sehr verärgert? Was bin ich bereit zu tun um diesen Umstand zu verändern?
  • Wie sieht meine Vision für mein Leben und meine Aufgabe für diese Welt aus?
  • Wenn die Tätigkeit die ich gerade tue, die Einzige wäre, die ich heute machen kann, würde ich mich dann damit beschäftigen?
  • Möchte ich 46 Wochen im Jahr für etwas arbeiten, für das ich keine besondere Leidenschaft hege, um in maximal 6 Wochen Urlaub, dass zu tun was ich wirklich machen möchte?
  • Wenn ich jetzt eine Woche in keiner Unternehmung scheitern könnte, was würde ich tun? Wie kann ich die Angst vor dem Scheitern überwinden?
  • Wie sähe für mich die perfekte Welt aus? Was kann ich dazu Beitragen, diese Utopie zu realisieren?
  • Engagiere ich mich sozial? Warum? Oder Warum nicht?
  • Was wollte ich schon immer machen und schiebe es schon lange vor mich her? Welchen ersten Schritt, kann ich in den nächsten 24 Stunden umsetzen?

Durch einen Rückblick auf das, was Du im Leben schon geschafft hast, und durch Ziele, die Du klar formulierst, reift Deine Persönlichkeit. Du bewegst etwas in Deinem Leben. [a, b, c]

Welches Ziel möchtest Du erreichen? Ist es realistisch?

Deine Ziele solltest Du schriftlich festhalten. Erst dann werden sie konkret und Dein Erfolg rückt näher. Klare Zielvorstellungen aktivieren Kräfte und fokussieren Deine Gedanken und Fähigkeiten. Konstruiere dazu am besten einen Plan, überlege Dir, was Deine persönliche Motivation hinter diesem Ziel ist und halte das alles fest.

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Frage Dich niemals: „Warum geht es mir so schlecht?“, sondern immer: „Was kann ich tun, damit es mir besser geht?“ Denn Deine Gedanken sind auch in gewisser Hinsicht Dein „Schicksal“. Die für Dein Lebensglück und auch für Deine Motivation entscheidende Frage ist einzig und allein: Denkst Du die ganze Zeit daran, was Du beeinflussen kannst, oder dauernd nur an das, was Du nicht beeinflussen kannst?  

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Es gibt diverse Listen mit Tipps zur Selbstmotivation…

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Gedankengänge für mehr Motivation

„Progress is progress no matter how small“ – „Einen Schritt nach dem anderen“

Wenn du direkt alles auf einmal willst, wirst du nie zum Ziel kommen. Zerlege deine Aufgaben in kleinere Abschnitte und gehe dann Deinen Weg zum Ziel:

  1. Lege ein Ziel fest. Was möchtest Du erreichen?
  2. Bestimme eine Aufgabe. Was musst Du tun, damit Du Dein Ziel erreichst?
  3. Zerlege die Aufgabe in kleine Einzelteile. Wie setzt sich die Aufgabe zusammen? Wo kannst Du logische Abschnitte festlegen?
  4. Bestimme Deine Ausgangslage. Wie musst Du wo anfangen?
  5. Fange einfach an. Wage es!

Du solltest wirklich kleine, einfache Schritte definierien, wenn Du am Anfang zu viel willst und deine Aufgaben zu groß wählst, funktioniert das System nicht.

Ich habe schon schwierigere Situationen gemeistert.

Wie bereits oben beschrieben: Mache Dir bewusst, was Du schon alles in deinem Leben erreicht hast. Wie oft hast Du schon mit dem Rücken zur Wand gestanden und entgegen aller Erwartungen doch noch das Ruder rumgerissen?

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Motivation durch die richtige Musik

Je nach Lerntyp fällt es Dir vielleicht leichter Dich aufs Lernen zu konzentireren, wenn Du die richtige Musik zum Lernen verwendest – Beispielweise könnte das spezielle Lernmusik sein. Klassik empfiehlt sich an dieser Stelle.

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Motivation durch bewusste Selbstdisziplin

Das Schwierigste kommt zum Schluss: Die Selbstdisziplin. Denn wenn alle Stricke reißen („kann man sich nichtmal mehr erhängen“ wie Sebastian23 sagen würde) und Du Dich absolut nicht zum Lernen motivieren kannst, dann hast du ein Problem mit Deiner Selbstdisziplin.

Die gute Nachricht ist: Selbstdisziplin kann man trainieren!

Und wie?

Indem Du Dich immer wieder überwindest das zu tun, was Dir nicht leichtfällt, Du also Deinen Willen aktiv einsetzt. Wenn Du morgens warm duscht, dreh zum Schluss nochmal kalt auf. Oder wenn Du bis spät abends die Netflix-Bibliothek durchsuchtest, Du Dir aber nicht erlauben kannst am nächsten Tag übermüdet dahinzuschleichen: Schalte ab. Es gibt im Laufe des Tages hunderte Situationen, in denen Du Dir sagen kannst: Ich mach jetzt das, was vernünftig ist, und nicht das, was mir leichtfällt.[d]

Durch dieses kleine Training wird der für die Willenskraft zuständige Teil des Gehirns größer und schwerer, die entsprechenden Synapsen zahlreicher. Du bekommst mehr Willenskraft.[d]

Die Gefahr der Autarkie

Wichtig sind aber auch soziale Verbindungen, viel zu oft konsumieren wir Menschen wie Jogurt, weil sie scheinbar unseren Zielen „im Wege stehen“ oder sie uns „nerven“.

Die Gefahr auf der Suche nach Motivation und Selbstdisziplin „autark“ werden zu wollen ist groß. Doch vergiss nicht: Ein Großteil unserer Motivation und all unsen Verhaltens ist darauf ausgerichtet, Akzeptanz von Anderen zu bekommen. Wir suchen instinktiv eine tiefe Verbindung, jemanden, der uns samt unseren Stärken und Schwächen erkennt und akzeptiert. Wenn Du, bevor diese Ebene entstehen kann, schon wieder weg bist, weil Du immer autonom sein willst, dann weißt Du nie, wie sich eine echte Akzeptanz des innersten Ich anfühlt. Diese Akzeptanz ist aber eine ganz wichtige Voraussetzung dafür, dass wir uns selbst dauerhaft zu etwas motivieren können.[d]

Wenn Du erlebt hast, dass Dein innerstes Wesen, mit all den persönlichen Wertvorstellungen, die Deine Persönlichkeit ausmachen, geliebt wird, dann wirst Du diese Werte noch mehr schätzen. Du wirst Dein Verhalten nach diesen inneren Werten ausrichten. Du fragst Dich dann nicht mehr: Was erwarten die anderen von mir? Sondern: Was entspricht meinen Wertvorstellungen?[d]

Dein Fokus sollte darauf ausgerichtet sein, was Du Dir mit Deinem Tun (hin zum Ziel) jeden einzelnen Tag und langfristig Gutes tust und nicht die Gedanken daran, wie schwer es im ersten Moment ist und wie lang Dein Weg ist und was alles schief gehen könnte.[d]

Der Mangel an Akzeptanz

Was ist aber, wenn Dir Deine Umgebung unter keinen (Dir möglichen) Umständen Akzeptanz bieten kann? An diesem Punkt empfehle ich eine Anekdote von Dr. med. Eckart von Hirschhausen:[e]

„Ich ging in einen norwegischen Zoo. Und dort sah ich einen Pinguin auf seinem Felsen stehen. Ich hatte Mitleid: „Musst du auch Smoking tragen? Wo ist eigentlich deine Taille? Und vor allem: hat Gott bei dir die Knie vergessen?” Mein Urteil stand fest: Fehlkonstruktion.

Dann sah ich noch einmal durch eine Glasscheibe in das Schwimmbecken der Pinguine. Und da sprang „mein“ Pinguin ins Wasser, schwamm dicht vor mein Gesicht. Wer je Pinguine unter Wasser gesehen hat, dem fällt nix mehr ein. Er war in seinem Element! […] Und ich dachte: „Fehlkonstruktion!”
Diese Begegnung hat mich zwei Dinge gelehrt. Erstens: wie schnell ich oft urteile, und wie ich damit komplett daneben liegen kann. Und zweitens: wie wichtig das Umfeld ist, ob das, was man gut kann, überhaupt zum Tragen kommt.

Wir alle haben unsere Stärken, haben unsere Schwächen. Viele strengen sich ewig an, Macken auszubügeln. Verbessert man seine Schwächen, wird man maximal mittelmäßig. Stärkt man seine Stärken, wird man einzigartig. Und wer nicht so ist, wie die anderen sei getrost: Andere gibt es schon genug! […]

Menschen ändern sich nur selten komplett und grundsätzlich. Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe. Also nicht lange hadern: Bleib als Pinguin nicht in der Steppe. Mach kleine Schritte und finde dein Wasser. Und dann: Spring! Und Schwimm! Und du wirst wissen, wie es ist, in Deinem Element zu sein.“

Weil glücklich sein zu wollen ein starker Motivator ist möchte ich Dir an dieser Stelle von die „7 Dinge übers Glück“ von Hirschhausen empfehlenen.

Literatur und Quellen

[a] https://motivationiskey.de/motivation-fuer-studenten/ (Abgerufen am 07.09.2019)
[b] https://www.entrepreneur.com/article/286021 (Abgerufen am 07.09.2019)
[c] https://vitamin-erfolg.com/50-lebensfragen/ (Abgerufen am 07.09.2019)
[d] https://www.jetzt.de/interview/kann-man-disziplin-trainieren (Abgerufen am 07.09.2019)
[e] https://www.hirschhausen.com/glueck/die-pinguingeschichte.php (Abgerufen am 07.09.2019)

(Abgerufen am 07.09.2019)


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