Nebenjobs

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Miete, Bücher, Sozialbeitrag – Studieren kostet Geld, auch wenn Sie sich auf viele Ermäßigungen freuen dürfen. Es gibt jedoch zahlreiche Möglichkeiten, wie Sie sich das Studium finanzieren können: von einem Stipendium über den klassischen Nebenjob bis hin zum BAföG oder Studienkredit. Auf dieser Seite soll Dir bei allen wichtigen Themen rund um das Arbeiten neben dem Studium geholfen werden.

Laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks arbeiten 61 Prozent der Studierenden sowohl in den Semesterferien als auch während der Vorlesungszeit durchschnittlich ca. zehn Stunden pro Woche.

Wo Sie interessante Stellenangebote findest? Zum Beispiel bei der Agentur für Arbeit oder am schwarzen Brett: Dort findest Du aktuelle Hilfskraftstellen und Werkstudententätigkeiten sowie Ausschreibungen für Praktika, Abschlussarbeiten und Stellenangebote für Absolventen. Kurz- und langfristige Studierendenjobs findest Du darüber hinaus in Online-Jobbörsen wie jobber.de oder jobs3000.net.

Was Du beim Jobben beachten musst findest Du auf dieser Seite oder unter anderem beim Deutschen Studentenwerk und bei vielen Krankenkassen.

Im Artikel „Wo Studenten am besten verdienen“ (FAZ, 07.08.2019) werden die Ergebnisse einer Untersuchung des Zeitarbeitsunternehmens Studitemps und der Universität Maastricht vorgestellt – tl;dr:

  • Circa zwei Drittel der 2,9 Millionen Studierende in Deutschland gehen einer regelmäßigen Tätigkeit nach.
  • Der Stundenlohn schwank in der Bundesrepublik zwischen 9,50 Euro und 30 Euro Stunde – im Durchschnitt liegt er bei 11,29 Euro.
  • „Für Studenten mit einem Händchen für IT gilt: Sie können sich den Arbeitgeber aussuchen und neben der Uni viel dazuverdienen“ – Studitemps-Chef Eckhard Köhn.
  • Auch in sozialen Berufen wird gut gezahlt: Soziale Betreuer erhalten durchschnittlich 14,98 Euro pro Stunde, allerdings ist die Nachfrage relativ gering. 
  • Jobs mit hoher Flexibilitt haben oft den Nachteil relativ niedriger Stundenlöhne.

HiWi, Aushilfe, Minijob, Werkstudent?

Neben dem Studium kann man in verschiedenen Konstellationen arbeiten:

  1. Geringfügig entlohnte Beschäftigung, auch Minijob oder 450-Euro-Job genannt
  2. Beschäftigung als Werkstudent/in
  3. Semesterferien-Job oder eine andere kurzfristige Beschäftigung
  4. Gleitzonenfall, auch Midi-Job genannt

[…]

  • Die Höhe der BAföG-Förderung ändert sich erst, wenn mehr als 5.400 Euro brutto im BAföG-Bewilligungszeitraum (nicht identisch mit dem Kalenderjahr!) verdient werden.
  • Für Studierende, die zwar noch nicht älter als 25 Jahre sind, aber bereits eine Berufsausbildung oder ein Studium (auch Bachelorstudium) abgeschlossen haben, besteht ein Kindergeldanspruch nur, wenn sie nicht mehr als 20 Wochenstunden regelmäßig arbeiten oder einen Minijob ausüben.
  • Bei einem Pflichtpraktikum während des Studiums (in der Studien- und Prüfungsordnung vorgeschrieben) sind Studierende sozialversicherungsfrei. Die Höhe der Wochenarbeitszeit und der Vergütung sind dabei unerheblich.*  
  • Bei einem freiwilligen Praktikum, das während des Studiums abgeleistet wird und zwar zweckmäßig, aber nicht in der Studien- und Prüfungsordnung vorgeschrieben ist, kann man sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, wenn die Praktikumsvergütung 450 Euro im Monat nicht übersteigt. Die Praktikumsdauer spielt dabei keine Rolle. Wer mehr als 450 Euro verdient, lässt sich von der Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung (kostenloses Servicetelefon 0800 1000 48070) beraten. Für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung gelten die allgemeinen Beurteilungsregeln wie für Studierende, die eine Beschäftigung aufnehmen.

[…]

Individuelle Fragen beantworten ein/e Steuerberater/in, eventuell auch das örtliche Studentenwerk oder die Studierendenvertretung (AStA, StuPa) sowie Lohnsteuerhilfevereine.

Werkstudenten/innen

Wenn das Studium vor dem Job den Vorrang behält, können Studierende von einigen Beiträgen zur Sozialversicherung befreit werden und dadurch Geld sparen. Zuerst prüft man, ob Versicherungsfreiheit deshalb besteht, weil eine kurzfristige Beschäftigung (gemäß § 8 Absatz 1 Nr. 2 und § 115 Sozialgesetzbuch – Viertes Buch) ausgeübt werden soll. Willst Du jedoch dauerhaft neben dem Studium jobben, ist Deine Tätigkeit nur dann sozialversicherungsfrei („Werkstudentenprivileg“), wenn Dein Studium die Hauptsache und die Beschäftigung die Nebensache bleibt. Bewertet wird das durch die 20-Stunden-Regel. Studierende (und Arbeitgeber) zahlen dann keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, und zwar unabhängig von der Höhe des Einkommens. Beiträge zur Rentenversicherung müssen allerdings geleistet werden.

Hinweis: Durch die Beschäftigung wird kein Anspruch auf Arbeitslosengeld erworben. Außerdem besteht ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit nur für maximal sechs Wochen. Danach zahlt die gesetzliche Krankenversicherung kein Krankengeld.

Tipp: Das Bundesurlaubsgesetz gilt auch für Werkstudenten!

Achtung: Alle Studierenden müssen – unabhängig von ihrem Job – in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sein. Vor Aufnahme jeglicher Beschäftigung muss die Krankenkasse informiert werden.

Arbeitgeber melden neue studentische Mitarbeiter/innen – innerhalb von sechs Wochen nach dem ersten Arbeitstag – bei der Krankenkasse an, bei der die Studierenden versichert sind.

Wichtig: Die Familienversicherung über die Eltern bleibt nur bestehen bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung (450-Euro-Job) oder bei einem monatlichen Einkommen von maximal 445 Euro (Stand: 2019). Über den Einzelfall berät die Krankenkasse.

Folgende Paragrafen bilden die gesetzliche Grundlage:

  • § 27 Absatz 4 Satz 1 Nummer 2 Sozialgesetzbuch – Drittes Buch
  • § 6 Absatz 1 Nummer 3 Sozialgesetzbuch – Fünftes Buch
  • § 1 Absatz 2 Satz 1 Sozialgesetzbuch – Elftes Buch
  • § 10 Absatz 1 Nummer 5 Sozialgesetzbuch – Fünftes Buch
  • § 20 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 Sozialgesetzbuch – Elftes Buch

20-Stunden-Regel

Die Werkstudentenregelung gilt nur für Studierende, die während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Dann ist die Voraussetzung erfüllt, dass das Studium gegenüber dem Job im Vordergrund steht. Entschieden wurde das im Urteil des Bundessozialgerichts vom 11.11.2003 – B 12 KR 24/03 R.

ACHTUNG: Mehrere, parallel ausgeübte Beschäftigungen zum Beispiel bei unterschiedlichen Arbeitgebern – auch kurzfristige Beschäftigungen und Minijobs – sowie als Selbstständige/r oder Ehrenamtliche/r werden zeitlich zusammengerechnet! 

Ausnahmen von der 20-Stunden-Regel

Die 20-Stunden-Grenze kann in Einzelfällen überschritten werden, wenn man

  • überwiegend während der Abend- und Nachtstunden oder am Wochenende (nur in Einzelfällen anhand von Nachweisen möglich!), allerdings im Laufe eines Beschäftigungsjahres (nicht: Kalenderjahres) nicht mehr als 26 Wochen (182 Kalendertage) über 20 Stunden pro Woche oder  
  • während der vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien) arbeitet.

Vorausgesetzt wird auch hier, dass das Studium und nicht die Beschäftigung die Lebenssituation primär prägt!

ACHTUNG: Die Krankenkasse entscheidet über die genannten Ausnahmen.

Einkommensteuer

Werkstudenten/innen sind einkommensteuerpflichtig. Trotzdem dürfte sich im Regelfall keine Steuerbelastung ergeben. Wenn das Arbeitsentgelt (abzüglich insbesondere Arbeitnehmer-Pauschbetrag, Vorsorge-Pauschale) den Grundfreibetrag (2019: 9.168 Euro) nicht übersteigt, kann man die gezahlte Einkommensteuer im Rahmen einer Einkommensteuerveranlagung im Folgejahr zurückerhalten.

Keine Werkstudenten

Sozialversicherungspflichtig sind Studierende, die

  • während eines Urlaubssemesters oder
  • neben einem Teilzeitstudium oder
  • neben einem Promotionsstudium oder
  • als Teilnehmer/innen an dualen Studiengängen

eine Beschäftigung aufnehmen.

Dasselbe gilt für diejenigen, die nach einem Hochschulabschluss eine Beschäftigung aufnehmen und daneben ein Zusatzstudium in der gleichen Fachrichtung oder ein Ergänzungsstudium absolvieren, das lediglich der beruflichen Weiterbildung oder Spezialisierung dient.

ABER: Wer ein (Vollzeit-)Zweitstudium in einer anderen Fachrichtung oder ein (Vollzeit-)Masterstudium aufnimmt, kann als Werkstudent arbeiten.

Midi-Job

Wessen regelmäßiges monatliches Einkommen mehr als 450 Euro und maximal 1.300 Euro beträgt, arbeitet in der so genannten Gleitzone, auch Midi-Job genannt.

Der Midi-Job fängt also dort an, wo der Minijob aufhört und endet bei einem monatlichen Einkommen von 1.300 Euro. Die Regelungen gelten für alle Arbeitnehmer/innen gleichermaßen und damit auch für Studierende. Als Gleitzonenfall wird die Beschäftigung deshalb bezeichnet, weil Arbeitnehmer/innen allmählich steigende Beiträge zur Rentenversicherung zahlen müssen.

ACHTUNG: Für Studierenden fallen nur dann keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an, wenn sie neben dem Studium nicht mehr als 20 Stunden in der Woche jobben.

Rentenversicherung

Arbeitnehmer/innen (und damit auch Studierende) sind versicherungspflichtig. Allerdings gelten im Lohnsektor von 450,01 bis 1.300,00 Euro/Monat reduzierte Beiträge. Die private Aufstockung auf den vollen Beitragsanteil ist jederzeit möglich. Je nach der Höhe des Lohns steigt der Rentenbeitrag der Studierenden gleitend auf den vollen Beitragssatz von maximal 9,3 Prozent, während der Arbeitgeber bereits ab 450,01 Euro/Monat 9,3 Prozent zahlt. Den genauen Beitrag errechnet der Gleitzonenrechner der Deutschen Rentenversicherung.

ACHTUNG: Die Regelung zur Gleitzone gilt nicht, wenn infolge mehrerer paralleler Beschäftigungen die monatliche Einkommensgrenze von 1.300 Euro überschritten wird.

Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung

Vorab: Alle Studierenden müssen grundsätzlich in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sein. In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zahlen sie lediglich den einheitlichen Versicherungsbeitrag für Studierende.

Hinweis: Keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung fallen an, wenn

  1. die Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen wird. Dies liegt grundsätzlich vor, wenn Studierende nicht mehr als 20 Wochenstunden arbeiten.
  2. die Wochenarbeitszeit zwar 20 Stunden überschreitet, die Arbeit aber den Erfordernissen des Studiums angepasst und untergeordnet ist (Beschäftigung nur am Wochenende, abends oder während der Nacht). Allein die Krankenkasse entscheidet über diese Ausnahme!
  3. mehrfach im Jahr befristete Beschäftigungen von mehr als 20 Stunden pro Woche ausgeübt werden und alle Beschäftigungen zusammen nicht mehr als 26 Wochen beziehungsweise 180 Kalendertage umfassen.

Achtung: Über die Krankenkasse der Eltern kann man nur familienversichert sein, wenn man noch nicht 25 Jahre als ist und monatlich nicht mehr als 445 Euro erhält oder 450 Euro beim Minijob.

Einkommensteuer

Studierende zahlen für die Einnahmen aus einem Midi-Job dann Steuern, wenn sie in der Steuerklasse V oder Steuerklasse VI sind. Liegt ihr Jahreseinkommen unter 9.168 Euro (= Grundfreibetrag im Jahr 2019) zzgl. 1.000 Euro Werbungskostenpauschale und zzgl. der Vorsorgepauschale, können sie sich die gezahlte Einkommensteuer wiederholen, wenn sie im Folgejahr eine Einkommensteuererklärung abgeben.

Geringfügig entlohnte und kurzfristige Beschäftigungen

Die Regelungen für geringfügig entlohnte Beschäftigungen, auch 450-Euro-Jobs oder Minijobs genannt, und kurzfristige Beschäftigungen gelten für alle Arbeitnehmer/innen und damit auch für Studierende.

Diese Beschäftigungen können ausgeübt werden als:

  1. dauerhafte Jobs im gewerblichen Bereich mit maximal 450 Euro im Monat, geregelt in § 8 Absatz 1 Nr. 1 Sozialgesetzbuch – Viertes Buch (SGB IV) oder
  2. dauerhafte Jobs in Privathaushalten mit maximal 450 Euro im Monat, geregelt in § 8a SGB IV oder
  3. kurzfristige Beschäftigungen (zum Beispiel in der vorlesungsfreien Zeit), bei denen die Höhe des Einkommens keine Rolle spielt, geregelt in § 8 Absatz 1 Nr. 2 SGB IV

Bitte beachten:

  1. Die Einkommen aus mehreren Minijobs, die man parallel ausübt, werden zusammengerechnet. Ergibt die Summe mehr als 450 Euro je Monat, gelten die folgenden Ausführungen nicht.
  2. Dem regelmäßigen Einkommen sind auch anteilig Sonderzahlungen hinzuzurechnen. Wer bei einem Monatseinkommen von insgesamt regelmäßig nicht mehr als 450 Euro zum Beispiel Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld erhält, ist nicht mehr geringfügig beschäftigt. Auch dann gelten die folgenden Ausführungen nicht.

Geringfügig entlohnte Beschäftigung im gewerblichen Bereich

Regelfall: Studierende zahlen – wie alle anderen Arbeitnehmer/innen auch – keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, einen reduzierten Eigenanteil zur Rentenversicherung und regelmäßig keine Steuern. Der Arbeitgeber zahlt Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale.

Einkommensteuer

Studierende sind zwar grundsätzlich einkommensteuerpflichtig, der Arbeitgeber kann die Einkommensteuer inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer bei einem Minijob aber pauschal mit zwei Prozent übernehmen.

Kranken- und Pflegeversicherung sowie Arbeitslosenversicherung

Alle Studierenden müssen grundsätzlich in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sein. In der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen sie lediglich einen Versicherungsbeitrag für Studierende, der einheitlich für alle gesetzlichen Krankenkassen gilt.

Eine beitragsfreie Familienversicherung istt für Studierende, die nicht älter als 24 Jahre sind (eventuell Verlängerung wegen Wehr- oder Freiwilligendienstes), vorrangig gegenüber einer eigenen, studentischen Krankenversicherung. Das gilt aber nur, wenn das monatliche Gesamteinkommen regelmäßig 445 Euro – beim Minijob 450 Euro – nicht übersteigt.

Der Arbeitgeber zahlt pauschal 13 Prozent für die Beschäftigten, die bereits in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, also einschließlich der Familienversicherten. Dieser Beitrag entfällt für Studierende, die privat krankenversichert sind.

Alle Studierenden sind versicherungsfrei in der Pflege- und Arbeitslosenversicherung, erwerben allerdings auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Pauschale Beiträge für den Arbeitgeber fallen nicht an.

Rentenversicherung

Der Arbeitgeber zahlt einen Pauschalbeitrag von 15 Prozent zur Rentenversicherung.

Studierende bleiben versicherungsfrei, wenn die geringfügig entlohnte Beschäftigung bereits vor dem 1. Januar 2013 begonnen wurde und das Arbeitsentgelt 400 Euro im Monat nicht übersteigt. Auf die Versicherungsfreiheit kann jedoch verzichtet und mit relativ niedrigen eigenen Beiträgen vollwertige Beschäftigungszeiten in der Rentenversicherung erworben werden.

Für alle 450-Euro-Jobs, die ab dem 1. Januar 2013 begonnen wurden, beträgt der Eigenanteil der Studierenden 3,6 Prozent. Mit einem schriftlichen Antrag beim Arbeitgeber kann man sich jederzeit von der Versicherungspflicht befreien lassen. Die Befreiung ist dann allerdings bis zum Ende der Beschäftigung bindend.

Hinweis: Bevor Sie auf die Versicherungspflicht verzichten, lassen Sie sich von der Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung (kostenloses Servicetelefon 0800 1000 4800) beraten. Der Verzicht kann nachteilig sein, z. B. kann eine bereits erworbene Absicherung im Invaliditätsfall oder die Förderberechtigung der Riester-Rente entfallen.

Geringfügig entlohnte Beschäftigung in Privathaushalten

Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung im Privathaushalt liegt vor, wenn diese durch einen privaten Haushalt begründet ist, und die Tätigkeit sonst gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt wird.

Regelfall: Studierende zahlen keine Einkommensteuer, keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, aber einen Eigenanteil von 13,6 Prozent zur Rentenversicherung. Der Arbeitgeber führt einen Pauschalbeitrag von jeweils fünf Prozent zur Krankenversicherung und zur Rentenversicherung an die Minijob-Zentrale ab (sonst wie oben unter Punkt 1).

Übrigens: Über das kostenlose Portal „Haushaltsjob-Börse“ der Minijob-Zentrale kann man Stellenanzeigen für Tätigkeiten in Privathaushalten – etwa für die Unterstützung bei den alltäglichen Arbeiten in der Wohnung, bei der Gartenarbeit oder Betreuung von Kindern, Senioren oder Haustieren – finden oder aufgeben.

Kurzfristige Beschäftigung

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn das Beschäftigungsverhältnis auf längstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist. Die Höhe des Einkommens aus einer solchen Beschäftigung spielt keine Rolle.

Die Zeitdauer muss allerdings

  • im Voraus vertraglich festgelegt oder
  • nach Art des Beschäftigungsverhältnisses begrenzt sein.

Hinweis: Neben einer kurzfristigen Beschäftigung ist eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (auch 450-Euro-Job oder Minijob genannt) möglich. Beide Beschäftigungen werden nicht zusammengerechnet.

Achtung:

  1. Mehrere aufeinanderfolgende kurzfristige Beschäftigungen werden – unabhängig vom jeweiligen Arbeitgeber – bei der Prüfung der Zeitgrenze zusammengerechnet. Sobald bei Beginn jeder neuen Beschäftigung im laufenden Kalenderjahr die Grenze von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen überschritten wird, handelt es sich um eine versicherungspflichtige Beschäftigung. Falls jedoch das monatliche Einkommen aus allen Beschäftigungen zusammen 450 Euro nicht übersteigt, gelten die Regelungen für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (siehe oben Punkt 1).
  2. Wenn eine kurzfristige Beschäftigung berufsmäßig ausübt wird, entfallen die sonst damit verbundenen sozialversicherungsrechtlichen Privilegien. Berufsmäßig bedeutet, eine Beschäftigung auszuüben, für die man eine Berufsausbildung abgeschlossen hat (z. B. Medizinstudentin ist Krankenschwester und arbeitet als solche im Krankenhaus). 
  3. Werden bei einem Arbeitgeber mehrere Beschäftigungen parallel ausgeübt, gelten diese  sozialversicherungsrechtlich als einheitliches Beschäftigungsverhältnis, und zwar unabhängig von der arbeitsvertraglichen Ausgestaltung.
Einkommensteuer

Studierende sind für Einnahmen aus einer kurzfristigen Beschäftigung einkommensteuerpflichtig. Die Einkommensteuer kann entweder nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (Höhe der Steuer abhängig von der Steuerklasse der Studierenden) oder unter bestimmten Voraussetzungen pauschal mit 25 Prozent (zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag) erhoben werden.

Hinweis: Wenn das Jahreseinkommen (abzüglich von Arbeitnehmer-Pauschbetrag, Vorsorge-Pauschale) unter dem Grundfreibetrag (2019: 9.168 Euro) bleibt, erhält man über die Einkommensteuererklärung im Folgejahr die gezahlte Einkommensteuer zurück.

Kranken- und Pflegeversicherung sowie Arbeitslosenversicherung

Alle Studierenden müssen grundsätzlich in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sein. Studierende zahlen bei einer kurzfristigen Beschäftigung jedoch keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Achtung: Die Familienversicherung über die Eltern besteht nur bis zu einem Einkommen der Studierenden von monatlich maximal 445 Euro (Stand: 2019) oder 450 Euro beim Minijob. Über den Einzelfall berät die Krankenkasse.

Rentenversicherung

Studierende sind versicherungsfrei.

Die wichtigsten Regelungen

Stichpunkte und Schlagworte

Arbeitsvertrag: Wer einen Job antritt, der sollte einen Arbeitsvertrag bekommen. Im Arbeitsvertrag sollte die regelmäßige Wochenarbeitszeit festgehalten werden. Der Vertrag ist eine Absicherung in Bezug auf Arbeitszeiten, Verpflichtungen und Kündigungsfristen.

Bafög: Studenten, die Bafög beziehen, dürfen nicht mehr als 400 Euro im Monat verdienen. Kommen sie über diese Grenze, wird die Leistung gekürzt. Auf das Bafög werden nicht nur Einkünfte aus Nebenjobs wie Kellnern angerechnet, sondern auch Halbwaisenrenten und Zinseinkünfte. 5.200 Euro Vermögen sind erlaubt, alles, was darüber hinausgeht, wird auf das Bafög angerechnet, und man bekommt entsprechend weniger Geld. Auch Autos zählen zum Vermögen, wenn sie vollständig abbezahlt sind.

Einkommensteuer: Überschreitet der Verdienst 2019 den Grundfreibetrag von 9.168 Euro im Jahr, wird Einkommensteuer erhoben.

Ausgaben im Zweitstudium (auch im Masterstudium) kann man als Werbungskosten absetzen – daher sollten Quittungen für Ausgaben wie Bücher oder Monatskarten aufgehoben werden.

ELStAM: Das papierlose elektronische Verfahren ELStAM hat die Lohnsteuerkarten ersetzt. Wer einen Job beginnt, muss beim Arbeitgeber also keine Lohnsteuerkarte mehr vorlegen, sondern nur noch sein Geburtsdatum und seine Steuernummer angeben. Diese erhält man vom Finanzamt.

Familienversicherung: Studierende können sich beitragsfrei über Familienangehörige mitversichern lassen, solange sie jünger als 25 Jahre sind und nicht mehr als 395 Euro netto oder 450 Euro in einem steuerfreien Minijob pro Monat verdienen. Wird eine dieser Grenzen überschritten müssen sich Studierende selber Versichern.

Hundertzweiundachtzig-Tage-Regel: Wer bei seiner Krankenversicherung nicht den Studentenstatus verlieren will, darf nicht mehr als 182 Tage im Jahr in Vollzeit arbeiten. 182 Tage entsprechen 26 Wochen, und „Vollzeit“ bedeutet mehr als 20 Stunden pro Woche. Auch bei Selbstständigen sollte das Studium die Haupttätigkeit sein. Pflichtpraktika sind generell ausgenommen.

Kindergeld: Egal, wie viel man verdient – Kindergeld bekommt man bzw. die Eltern, solange man jünger als 25 Jahre ist und sich in der Ausbildung befindet. Wer Zivil- oder Wehrdienst geleistet hat, hat länger Anspruch auf Kindergeld: Der Zahlungszeitraum verlängert sich um die Dauer des Dienstes, weil man währenddessen kein Geld bekommen hat. Diese Regelungen gelten nicht für den freiwilligen Wehrdienst. Während eines Freiwilligen Sozialen Jahres wird das Kindergeld weiter gezahlt.

Minijob: Für einen Minijobber zahlt der Arbeitgeber alle Abgaben, deshalb darf man 450 Euro monatlich verdienen, ohne dass dafür Steuern fällig werden. Bleibt man unter dieser Grenze, darf man auch mehrere Minijobs haben.

Selbstständigkeit: Wer selbstständig arbeitet, stellt seine Leistungen in Rechnung. Für diese zahlt der Auftraggeber ein Honorar. Neben der Einkommensteuer müssen Freiberufler Umsatzsteuer zahlen, wenn sie mehr als 17.500 Euro im Jahr verdienen. Bei weniger Umsatz ist man „Kleinunternehmer“ und umsatzsteuerbefreit. Ob es sich wirklich um eine selbstständige Tätigkeit oder um ein Gewerbe handelt sollte im Zweifel geklärt werden.

Urlaubssemester: Wer sein Studium offiziell mit einem Urlaubssemester unterbricht, ist weiterhin immatrikuliert. Diese Zeit zählt aber nicht als Fach-, sondern nur als Hochschulsemester. Wenn man währenddessen arbeitet, muss man Versicherungsabgaben leisten. Das Werkstudentenprivileg gilt in diesem Zeitraum nicht.

Waisengeld und Waisenrente: Wer eine Waisenrente von der Deutschen Rentenversicherung bekommt, darf im Monat 478 Euro in den alten Bundesländern und 424 Euro in den neuen Ländern dazuverdienen. Überschreitet man diese Freibeträge, werden 40 Prozent von dem, was man mehr verdient, von der Waisenrente abgezogen. Bafög und Kindergeld zählen nicht als Einkommen.

Werkstudentenprivileg: Gilt für Studierende, die während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden in der Woche in einem Nebenjob arbeiten und dafür einen Werkstudentenvertrag haben. Nicht auf die 20-Stunden-Grenze angerechnet werden Tätigkeiten bei Nacht und am Wochenende, hierfür einmal bei der Krankenkassen anchfragen und bestätigen lassen!
Sie sind kranken- und pflegeversichert, von der Arbeitslosenversicherung befreit und müssen lediglich in die Rentenkasse einzahlen. Für Teilzeitstudenten gilt die Regelung allerdings nicht. Sie gilt auch dann nicht, wenn man noch eingeschrieben ist, seine letzte Prüfung aber schon hinter sich hat – es sei denn, sie wurde nicht bestanden und kann wiederholt werden.

[…]

Lebenshaltungskosten

Informationen über die durchschnittlich in Deutschland anfallenden Lebenshaltungskosten werden auf den Homepages des Deutschen Studentenwerkes sowie des DAAD zusammengestellt.

Weiterführendes

Wie man mit Konflikten in Nebenjobs (als Werkstudent in der Chemie) umgehen kann beschreiben wir an einer anderen Stelle.