Nitrat in Trinkwasser und Nahrung

Du bist hier:

Vom Nitrat selbst geht nur eine sehr geringe, unmittelbare Gesundheitsgefährdung für den erwachsenen Menschen aus, allerdings kann es z. B. durch Bakterien im Mundraum oder im Magen-Darm-Trakt teilweise zu Nitrit umgewandelt werden.

Das so gebildete Nitrit kann auf zwei Arten die menschliche Gesundheit gefährden:

  • zum einen kann es bei Säuglingen den Sauerstofftransport im Blut behindern und dadurch eine „Methämoglobinämie“ verursachen, die auch als Blausucht (Cyanose) bezeichnet wird
  • zum anderen kann Nitrit mit sekundären Aminen , die in vielen Lebens- und Arzneimitteln vorkommen und auch bei der Verdauung entstehen, Nitrosamine bilden. Tierversuche haben gezeigt, dass bestimmte Nitrosamine stark krebserzeugend wirken.
[…]

Trinkwasserverordnung

Trinkwasser muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit insbesondere durch Krankheitserreger nicht zu befürchten ist. Es muss rein und genusstauglich sein.

Diese Anforderungen gelten als erfüllt, wenn bei der Wasseraufbereitung und der Wasserverteilung mindestens die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden und das Trinkwasser den mikrobiellen, sowie chemischen Anforderungen der §§ 5 bis 7 der Trinkwasserverordnung entspricht.

Routineuntersuchungen müssen die Wasserversorger je nach Leistungskapazität 1 – 4 mal pro Jahr durchführen, umfassende Untersuchungen 1 mal pro Jahr.

Nitrat und Nitrit

Zu den chemischen Anforderungen gehört, dass die Nitratkonzentration $50\,mg/L$ nicht überschreitet. Außerdem darf die Summe der Beträge aus Nitratkonzentration in $mg/L$ geteilt durch $50$ und Nitrit-Konzentration in $mg/L$ geteilt durch $3$ nicht größer als $1$ sein.

Anpassungen der Grenzwerte

Man kann festhalten, dass mit der Novellierung der TrinkwV mancher Grenzwert nach oben korrigiert bzw. nach aktuellem Stand der Wissenschaft zu hoch gelassen wurde, weil die Umweltbelastungen gestiegen sind und dies einfacher und kostengünstiger ist, als aufwendige Gegenmaßnahmen zu treffen (PC-KWs, Nitrat), sodass daher eine Gesundheitsgefährdung für bestimmte Gruppen nicht ausgeschlossen werden kann.

[…]

Mineralwasser

[…]

Mineralwasser für Säuglinge

Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde empfiehlt, Mineralwasser nur dann als „geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung“ zu bezeichnen, wenn ein Liter des Mineralwassers weniger als $10\,mg$ Nitrat und $0.02\,mg$ Nitrit enthält. Dann könne man eine gesundheitsschädigende Wirkung ausschließen. Auch das Trinkwasser für Säuglinge sollte sich an diesen Richtwerten orientieren.

[…]