Versicherungen für Studierende

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Eine Versicherung soll Dich vor dem finanziellen Ruin schützen. Das ist erst einmal kein schönes Thema, doch eines, mit dem man sich beschäftigt haben muss. Versicherungsunternehmen werben gerne um Studierende. Doch nicht alles, was angepriesen wird, ist wirklich notwendig. Wir wollen Dir hier die wichtigsten Hinweise geben, damit Du ausreichend versichert bist.

Wichtig sind die Versicherungen, die man eigentlich niemals in Anspruch nehmen möchte, weil der Versicherungsfall das Leben grundlegend verändert. Es gilt für einen solchen Fall Deinen finanziellen Ruin abzuwenden, der kann die Folge einer ernsten Erkrankung, eines Unfalls oder einer Schadensersatzforderung sein kann. Das geklaute Fahrrad ist zunächst einmal keine Bedrohung der existenziellen Grundlage, auch nicht die neue Brille, die Zahnkrone oder die geplatzte Urlaubsreise. Als Faustregel sollte daher gelten: Was Deine eigene Leistungsfähigkeit übersteigt, solltest Du versichern, beherrschbare Risiken nicht.

Achtung: Eine unabhängige Beratung zum Thema Versicherungen bieten zum Beispiel die Verbraucherzentralen an. Versicherungsvermittler dagegen sind in erster Linie am Verkauf ihrer Produkte interessiert, egal was sie Dir erzählen oder ob sie Deine Freunde sind.

Versicherungen für Studierende

Haftpflicht

Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist festgelegt, dass Du selbst für Schäden haftest, die Du vorsätzlich oder fahrlässig verschuldet hast und das persönlich und unbegrenzt. „Unbegrenzt“ kann heißen, dass man sein Leben lang zahlen muss. Eine private Haftpflichtversicherung springt zumindest dann ein, wenn ein Schaden durch Unaufmerksamkeit entsteht, also durch Fahrlässigkeit, die nicht als „grobe Fahrlässigkeit“ zu werten ist. Vor Geistesabwesenheit kann man sich nicht wirklich schützen. Personenschäden, aber auch Sachschäden gehen schnell in die Hunderttausende. Die Mindestversicherungssumme sollte drei, besser fünf Millionen Euro nicht unterschreiten. Daher ist eine private Haftpflichtversicherung mehr als ratsam, zumal sie auch nicht viel kostet.

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Private Haftpflichtvericherungen sind in der Regel nicht sehr teuer; qualitativ saubere Verträge gibt es ab 10 Euro im Monat.

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Wenn Du zum Beispiel im Labor mit wertvollen Geräten umgehst, achte darauf, dass die Leistungen dies abdecken. Frag dazu am besten einmal bei Deiner Fachschaft nach 😉

Achtung: Bei einer Pause zwischen dem Ende der Schulausbildung und des Studienbeginns kann bei einer Auslandsreise von mehreren Monaten der Versicherungsschutz verloren gehen.

Krankenversicherung

Sind Sie bei Ihren Eltern in der gesetzlichen Krankenkasse mitversichert und verdienen höchstens geringfügig, so bleibst Du auch versichert, bis Du 25 sind, wobei Wehr- oder Zivildienst noch hinzugerechnet werden. Danach musst Du Dich selbst versichern; der Studententarif liegt bei den gesetzlichen Kassen um 120 Euro (inklusive Pflegeversicherung). Ab 30 oder wenn Du bereits vierzehn Semester studiert hast, hast Du keinen Anspruch mehr auf den Studierendentarif. Die gesetzliche Kasse bietet Dir dann eine freiwillige Weiterversicherung zu einem höheren Beitrag an.

Bei Überschreitung einer dieser Grenzen ist es möglich zu einer privaten Krankenversicherung zu wechseln, doch das sollte gut überlegt sein. An diesem Punkt in Deinem Leben solltest Du vielleicht auch darüber nachdenken Deine gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln – vergleiche verschiedene Tarife und lies das Kleingedruckte. Ist ein besseres Angebot in Sicht solltest Du gegebenenfalls wechseln, statt nur aus Gewohnheit immer bei derselben zu bleiben.

Bei bestehender gesetzlicher Pflichtversicherung ist eine private stationäre Zusatzversicherung bedenkenswert, die sich mit Auslandsreiseschutz und auch mit einer Wechseloption kombinieren lässt.

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Achtung: Für ein Auslandsstudium ist eine Auslands-Krankenversicherung unabdingbar.

Wichtig für familienversicherte Studenten

Wer ein regelmäßiges monatliches Gesamteinkommen von mehr als 435 Euro / 450 Euro hat (Stichwort: Minijob), für den endet die Familienversicherung. Studierende müssen sich dann in der Regel selbst versichern.

Zurück in die gesetzliche Krankenversicherung darfst Du nur, wenn Du versicherungspflichtig wirst. Dies betrifft vor allem Arbeitslose sowie Angestellte, deren Einkommen für die Dauer von mindestens einem Jahr unter die Versicherungspflichtgrenze gesunken ist.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Schwieriges Thema, schwierige Versicherer.

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Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist deutlich teurer als eine Haftpflichtversicherung. Deshalb solltest Du genau überlegen, ob Du sie gleich beim ersten Studium eine benötigst, denn der Preis des Tarifs orientiert sich am späteren Beruf. Wichtig für Studierende ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, weil Studierende und junge Arbeitnehmer, die durch Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage sind zu arbeiten, meist keine gesetzliche Erwerbsminderungsrente erhalten. Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert dann den eigenen Lebensunterhalt.

Die Stiftung Warentest hat einmal von allen in Deutschland niedergelassenen Versicherern einen Berufsunfähigkeitsschutz für einen Modellkunden angefordert. Dieser war Student der Betriebswirtschaft im dritten Semester und 20 Jahre alt. Testsieger wurde ein Tarif der Barmenia. Andere prominente Versicherer mit einem Qualitätsurteil der Note „sehr gut“ waren die Allianz oder die Gothaer. Die Preise der zehn besten Tarife reichen von knapp 40 Euro im Monat bis mehr als 60 Euro. Das Ganze bei einer vereinbarten Monatsrente von 1000 Euro im Falle einer Berufsunfähigkeit.

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Sollte der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht möglich sein, kann über eine Unfallversicherung nachgedacht werden. Die Unfallversicherung ist eigentlich kein Ersatz, da nur im Fall einer dauerhaften Invalidität durch Unfall, nicht aber bei Krankheit gezahlt wird, aber das ist schon mal besser als nichts.

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Auch könnte eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung für Dich denkbar sein; Erwerbsunfähigkeit bedeutet, dass Du überhaupt nicht erwerbstätig sein kannst und nicht nur, wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung, im erlernten Beruf nicht mehr arbeiten kannst.

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung kann man häufig schon früher und deutlich günstiger abschließen, als die Berufsunfähigkeit und man kann sie später in eine Berufsunfähigkeitsversicherung umwandeln.

Unfallversicherung

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Optional – überflüssig?

Hausratversicherung

Erst einmal solltest Du klären, ob im konkreten Fall der Hausrat im Wohnheim oder das Studentenzimmer oder ggf. sogar die Studentenbude über den Vertrag Deiner Eltern versichert ist. Ist dies nicht der Fall lohnt sich der Abschluss einer Hausratversicherung sehr häufig nur bei teurem Hausrat. Aber bedenke: Man neigt auch dazu den gesammelten Wert seines Hausrates zu unterschätzen.

Rechtsschutzversicherung

Eine Rechtsschutzversicherung ist teuer und es ist fraglich, ob es sich lohnt. Solange Du unverheiratet und in Erstausbildung bist, bist Du über Deine Eltern mitversichert, sofern sie über eine verfügen.

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Risikolebensversicherung

Als Studierender nur sinnvoll, wenn Du Kinder hast.

Private Rentenversicherung

Dafür wirst Du während des Studiums eher wenig übrig haben.

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Es ist dennoch sinnvoll, sich über die Altersvorsorge Gedanken zu machen.

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Fahrradversicherung

Im Jahr 2017 wurden in Deutschland pro Tag 822 Räder geklaut, bei solchen Zahlen kommt man schon mal auf die Idee sich eine Fahrradversicherung zuzulegen. Die Hausratversicherung ersetzt Verluste, die durch Brand, Blitzschlag, Sturm, Hagel, Leitungswasser etc. und bei Diebstahl infolge eines Einbruchs entstanden sind. Manche Versicherungen springen auch ein, wenn das Rad vor der Haustür oder in der Innenstadt stand und versperrt war. Oft ist hier die Voraussetzung, dass das Fahrrad mit einem unbeweglichen Gegenstand verbunden war. Abgesehen davon gilt auch häufig die so genannte Nachtzeitklausel: Wenn das Rad zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens abhandenkommt, zahlt die Versicherung nicht. Was Deine Hausrat abdeckt und was nicht solltest Du lieber früher als später einmal nachlesen oder nachfragen – häufig kann man seinen Vertrag entsprechen anpassen.

Wenn Dein Fahrrad nicht 3000 Euro und mehr kostet oder Deine Hausrat alles abdeckt, solltest Du auf eine solche Zusatzversicherung verzichten.

Für Dein Fahrrad ist ein hochwertiges Schloss häufig die bessere Alternative zu einer teuren Diebstahlversicherung.